s i l e n t i u m
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Wo sollen wir Stille finden? Wo sollen wir Stille finden? Wo gibt es noch Orte der Stille? Die Wüste ist weit weg ... Wenn das kontemplative Leben nur hinter Klostermauern oder im Schweigen der Wüste möglich wäre, dann müßten wir, um gerecht zu sein, jeder Familienmutter ein kleines Kloster geben und den Luxus einer kleinen Wüste dem Hilfsarbeiter, der im Lärm einer Stadt leben muß, um hart sein Brot zu verdienen, So sieht die Wirklichkeit aus, in der viele, die meisten Menschen leben. Wenn du nicht in die Wüste gehen kannst, mußt du dennoch in deinem Leben Wüste machen. Bring ein Stück Wüste in dein Leben, verlaß von Zeit zu Zeit die Menschen, such die Einsamkeit, um im Schweigen und anhaltenden Gebet deine Seele zu erneuern! Das ist unentbehrlich. Das bedeutet "Wüste" in deinem geistlichen Leben. Eine Stunde am Tag, einen Tag im Monat, acht Tage im Jahr, länger, wenn es nötig ist, mußt du alles und alle verlassen, um dich allein mit Gott zurückzuziehen. Wenn du das nicht suchst, wenn du das nicht liebst, mach dir keine Illusionen. Anders wirst du nie zum kontemplativen Gebet kommen. Denn nicht allein sein wollen - obwohl man es könnte -, um die innige Nähe Gottes zu kosten, ist ein Zeichen, daß es an dem Grundelement der Beziehung zum allmächtigen Gott fehlt: an der Liebe. Ohne Liebe aber ist keine Offenbarung möglich. Carlo Carretto |