s i l e n t i u m
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Als mein Vater ein Junge war, kam ein alter Mann oft zu Besuch in das Haus Mammedatys, meines Großvaters. Es war ein hagerer alter Mann mit zu Zöpfen geflochtenem Haar, der durch sein Auftreten und die Anzahl seiner Jahre bei allen großen Eindruck hinterließ. Sein Name war Cheney, und er war Pfeilmacher. Jeden Morgen, so erzählt mir mein Vater, bemalte Cheney sein runzeliges Gesicht, ging ins Freie hinaus und betete mit lauter Stimme zu der aufgehenden Sonne. In meiner Vorstellung sehe ich den alten Mann so deutlich, als stünde er vor mir. Ich liebe es, ihn zu betrachten, wenn er sein Gebet spricht. Ich weiß genau, wo er steht, von wo er seine Stimme ausschickt über das wogende Gras, und ich weiß, an welcher Stelle die Sonne emporsteigt. Dort, in der Morgendämmerung, kannst du die Stille spüren. Sie ist kühl und klar und tief wie Wasser. Sie erfaßt dich und läßt dich nicht mehr los. Momaday (Weisheit der Indianer) |