s i l e n t i u m
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Meermittag Das ist so süß wie Traum und Tod: Von Glut und Stille müd und schwer Zu ruhn in einem Fischerboot Im herben Duft von Salz und Teer. Der kurzen Pfeife Wolkenspiel Folgt lang das Auge ohne Ziel, Bis es gebannt und müde ruht In blauer Mittagssonnenglut. Da segeln hoch in stetem Ziehn Die weißen, losen Wolken hin, Fernher mit kaum gehörtem Pfiff Gibt Kunde seiner Fahrt ein Schiff. Die Flut in träumerischem Spiel Verlecht mit dumpfem Laut am Kiel; Das schlaffe Segel feiert leer Die Netzeschnur schleift hinterher. Und alles, was dich sonst bewegt, Und alles, was in Glück und Weh Dir irgendwann das Herz erregt, Ruht tief und schlummert in der See. Dein Herz, so wild es sonst gebrannt, Wird wieder still, wird wieder Kind Und ruht wie Sonne, Meer und Wind In Gottes Hand. Hermann Hesse |