Die Räuberin

Du bist die seidne Schlinge, darin mich
Das Schicksal fing; woher denn kamest du?
Gleich strahlend hellen Lampen in der Nacht
Erglänzen deine Augen, deine Brauen
Sind wie die Goldfassung der Diamanten,
Und deines Mundes Herrlichkeit verwirrt mich,
Denn weißen Perlen, funkelnden Rubinen
Sind deine Zähne, deine Lippen gleich.
Der Anblick deiner Schönheit raubte mir
Den Atem und die Seele, - darf ich hoffen,
Erhabne, hoffnungslos Geliebte, daß du
Mir die geraubten Güter wiederschenkst?

Nahabed Kutschak (gest. 1592)
Nachdichtung: Hans Bethge

Mit freundlicher Genehmigung
des
YinYang Media Verlages, Kelkheim

zurück