Berauscht

Nimm deinen Spiegel, wenn du Allah liebst,
Und staune an die Schönheit deiner Brüste,
Daran die Tupfen wie zwei Rosen blühn.

Erblick ich sie, so ist mein Aug geblendet,
Sie sind so weiß, daß ich sie nicht vom Schnee,
Vom Weißen nicht im Eis sie unterscheide.

Ich bin berauscht, so daß dein Spiegel mir
Und Kinn zusammenfließen. O ihr Brüste,
Daran die Tupfen wie zwei Rosen blühn!

Den Gluten deines Auges widersteht
Kein menschliches Herz. Ich bin verrückt nach dir!
Die Küsse einer Nacht, die wir getauscht,

Stillt den Durst mir nicht. Nimm deinen Spiegel, -
Urteile, ob ein Mensch, der Sehnsucht hat,
Ermüden kann, dein Angesicht zu schauen.

Die Küsse einer Nacht, die wir getauscht,
Stillten den Durst mir nicht. Preis deinen Brüsten,
Daran die Tupfen wie zwei Rosen blühn!

Mahmud Dschellaledin Pascha (19. Jh)
Nachdichtung: Hans Bethge


Mit freundlicher Genehmigung
des
YinYang Media Verlages, Kelkheim

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