DER UNWÜRDIGE
Schön
ist die Linie deiner Augenbrauen,
Wie Porzellan sind deine Handgelenke,
Und deine Wangen sind wie Pfirsiche.
Du
wandelst wie ein Reh mit scheuen Füßen;
Und bringst du deinen Ahnen Totenopfer,
So scheinst du groß wie eine Priesterin.
Du bist
die schönste Frau am Gelben Flusse
Und rein wie Neuschnee. Keine böse Zunge
Wagt deines Herzens Reinheit anzutasten.
Ich bin
nicht würdig, deines Herzens Neigung
Je zu besitzen. Ich bin schlecht und niedrig,
Doch du bist einer Göttin strahlend Kind.
Gewähre
mir, daß ich von ferne stehe,
Ich will ein Lied auf meiner Laute suchen,
Das meine Lust und Qual dir künden soll.
La-Ksu-Feng (geb.
1852)
Nachdichtung: Hans Bethge
Mit freundlicher Genehmigung
des
YinYang Media
Verlages, Kelkheim
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