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Djemileh
O meine
Freunde! Kennt ihr Djemileh,
Die Nelke, den Türkis, das schönste Mädchen,
Das Bagdad sah? Sagt, Freunde, kennt ihr sie?
O meine
Freunde! Wie der Mond erglänzt
Ihr süßes Antlitz. Eine Sonne scheint
In jedem ihrer Augen, meine Freunde.
O meine
Freunde! Ihre Brust ist herrlich
Und hält sich aufrecht gleich zwei Pfirsichen,
Die fest und noch nicht reif sind, meine Freunde.
O meine
Freunde! Wie zwei Festungstürme,
Die schlank gebaut und uneinnehmbar sind,
So ragen ihre Marmorschenkel auf.
Seht,
meine lieben Freunde! Diemileh
Schreitet vorüber, golden wie ein Kuchen
Der Festzeit, sie entzündet jedes Herz.
Sie
schreitet von den Bergen, liebe Freunde,
Und in den Armen trägt sie kleine Blumen,
Die sie gepflückt hat und die nie verwelken.
Seht,
liebe Freunde, wie der Wind ihr Kleid,
Das rosaschimmernde, mit aller Macht
An ihren Leib preßt und sie schlanker macht.
Seht,
liebe Freunde: Djemileh kommt zu uns,
Um uns die kleinen Blüten zu verkaufen,
Die nie verwelkenden, aus dem Gebirg.
Und
während sie die Blüten feilhält, - seht,
Wie sie umschwärmt wird von den jungen Burschen,
Die sie begehren mit verzücktem Aug.
Gar
viele Hände streicheln sie und kosen,
Sie lächelt, und es leuchten ihre Zähne,
Da sie den Schleier von dem Antlitz zieht.
Jetzt
hat sie alle Blüten aus den Bergen
Verkauft, und ihre Mitgift ist gewachsen, -
Wem wird sie einst gehören, liebe Freunde?
aus KURDISTAN
Nachdichtung: Hans Bethge
Mit freundlicher Genehmigung
des
YinYang Media
Verlages, Kelkheim
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