
|
Sie schreitet in Schönheit
1
Sie
schreitet in Schönheit, wie die Nacht /
bei wolkenlosen Atmosphären
und sternklaren Himmeln; /
und alte Vorzüge des Dunklen und Hellen /
vereinigen sich in ihrer Erscheinung
und ihren Augen: /
so gemildert zu jenem zarten Licht, /
das der Himmel dem grellen Tag verweigert.
2
Ein
Schatten mehr, ein Strahl weniger /
hätte die unbeschreibliche Anmut
fast beeinträchtigt, /
welche in jeder rabenschwarzen Locke wallt /
oder weich über ihr Antlitz leuchtet; /
wo heitersüße Gedanken
zum Ausdruck bringen, /
wie rein, wie teuer ihre Wohnstatt.
3
Und auf
jener Wange und über jene Braue, /
so weich, so ruhig, und doch so beredt, /
erzählt das Lächeln, das einnimmt,
die Farben, die strahlen, /
nur von Tagen, die in Güte verbracht sind, /
einem Geist, der im Frieden ist
mit allem [hier] drunten, /
einem Herz, dessen Liebe unschuldig ist.
George
Gordon Lord Byron (1788-1824)
|