Schön bist du, meine Freundin, du bist schön ...




 




In ihrer Schönheit wandelt sie ...

In ihrer Schönheit wandelt sie
Wie wolkenlose Sternennacht;
Vermählt auf ihrem Antlitz sieh
Des Dunkels Reiz, des Lichtes Pracht:
Der Dämmrung zarte Harmonie,
Die hinstirbt, wenn der Tag erwacht.

Kein Licht zuviel, kein Schatten fehlt -
Sonst wär's die tiefe Anmut nicht,
Die jede Rabenlocke strählt
Und sanft verklärt ihr Angesicht,
Wo hold und hell die Seel erzählt
Von lieben Träumen, rein und licht.

O diese Wang, o diese Braun,
Wie sanft, wie still, und doch beredt,
Was wir in ihrem Lächeln schaun!
Ein frommes Wirken früh und spät,
Ein Herz voll Frieden und Vertraun,
Und Lieb, unschuldig wie Gebet.

George Gordon Lord Byron (1788-1824)


 

Bild: Domenico Veneziano (ca 1410-1461)
Madonna mit Kind (1435-37) (Detail)

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