SAID Psalmen
herr
zögere
bevor du eine neue schöpfung wagst
schaffe diesmal mehr tiere und pflanzen
so daß der mensch als besiegter überlebe
hindere uns
in das geheimnis der nelken einzudringen
denn wir sind unfähig
mit solcher erkenntnis glücklich zu werden
aber verbinde uns mit dem gras der steppen
mit der gischt der meere
und belächle unseren durst nach vollkommenheit
der deiner nicht würdig ist
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herr
breite deine arme aus
und bewahre uns
vor dem heer deiner beschützer
stehe den wanderern bei
die die gabe des hörens nicht verloren haben
und horche in ihre einsamkeit
stehe auch denen bei
die bleiben und auf dich warten
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herr
zweifle an uns
denn wir sind zuversichtlich
mit unseren erkenntniszahlen und unseren geräten
und haben das zweifeln verlernt
laß uns auch wahrheiten glauben schenken
die außerhalb unseres blickfeldes wachsen
denn jede zahl gebiert irgendwann
einen moloch der uns beizeiten auffrißt
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herr
achte auf deinen namen
den ich für dich erfunden habe
er entstammt dem inneren der dinge
und soll in unseren eingeweiden wühlen
schenke den liebenden dein licht
denn sie haben kein anderes
siehe wie ihre augen leuchten
wenn sie dich und die welt verneinen
stehe ihnen bei oh herr
schenke ihnen und ihren leibern gehör
damit du mehr lernst von deinen geschöpfen
segne den schweiß ihrer leiber
und die spucke ihrer münder
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herr
stimme mir zu
daß jeder körper heilig ist
und so auch seine regungen
daß zwei umschlungene körper sich niemals beschmutzen
und steh mir bei
damit ich teil dieser bewegung bleibe
um dir näherzukommen
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fürchte dich nicht
oh herr
vor meinem herzen
und seinen ausschweifungen
preise die barfüßigen
wenn sie mit ihren lügen glänzen
das ist ihre einzige bleibe
sei schatten für den
der dich sieht
und sonne für den
der dich sucht
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herr
ich will die differenz nicht anerkennen
zwischen dem schöpfergott und dem erlösergott
dafür gelobe du
keinen unterschied zu machen
zwischen gottesfürchtigen und gottessuchern
und schaffe die frommen ab
die uns im wege stehen
denn sie betonen nur das trennende
vernimm mein täglich gebet
das ich stumm an die schönheit richte
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herr
ich glaube an die unordnung der dinge
und an einen gott
der uns mit seiner vernunft nicht erstickt
der auch die stille erträgt
ohne gebet und kerze
zweifle nicht an meinen händen
oh herr
denn sie bedrängen jegliche schönheit
bis sie dich begreifen
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herr
schenke mir neue füße
damit ich weder krieche
noch irgendwen zertrete
und allein durch meinen gang dich preise
denn ich
der ich an die schönheit glaube
brauche einen verständigen gott
der mir sein geheimnis anvertraut
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herr
steh mir bei
daß ich den tod nicht fürchte
und in seinem gang etwas von jener ruhe entdecke
die mir im leben vorenthalten war
und gib daß diese ruhe
den gang meines tagewerkes bestimme
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herr
als ich die zersetzung des laubes begriff
und seinen willen
den gezeiten nicht zu entgehen
da suchte ich die zwiesprache mit dir
denn ich will die dunkelheit durchschauen
und den fassungsraum deines lichtes
siehe
ich betrachte die dinge
und deren leise fließendes credo
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herr
wie viele zahlen muß ich noch lernen
bis zu deiner ankunft?
siehe
ich warte nicht
ich bete
so laß mich beides sein
bürger und wanderer
suchender und gesuchter
denn nur suchende sehen
und nur gesuchte finden
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herr
ein großes elend ist über mich gekommen
das wort hat mich überwältigt
so lehre mich schweigen
damit ich dich zu lieben beginne
und erbarme dich meiner
denn meine behausung ist auf gedächtnis gebaut
ich fürchte mich vor der geraden linie der logik
und verliere mich im mysterium des leibes
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herr
rufe deine namen laut und deutlich
denn hier auf dem globalen markt
versteigert man jeden
der schweigt
hier ist man bestrebt
den tod mit der vermehrung zu besiegen
das glück mit berechenbarkeit zu toppen
die wolken durchzunumerieren
die tauben gurrunfähig zu züchten
und das wachstum der bäume zu optimieren
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