In des Herzens Ruhekammer ...
Texte zum Nachsinnen
(4. Januar 2007)









 



Mit dem Herzen denken

Indianische Weisheiten

Im Leben eines Indianers gibt es keine schlechten Tage. Auch wenn er noch so stürmisch ist - jeder Tag ist gut. Weil du am Leben bist, ist jeder Tag gut.

Henry Old Coyote, Crow
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Höre zu, sonst wird dich deine Zunge taub machen.

Redensart der Cherokee
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Wenn du Kompromisse machst, gefällt dir dein Gesicht nicht mehr, wenn du in den Spiegel schaust.

Lorraine Canoe, Mohawk
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Schweigen war wichtig bei den Lakota, und vor dem Sprechen gehörte ein Augenblick des Schweigens zu den Grundregeln wahrer Höflichkeit. Es geschah nach dem Grundsatz: Denken kommt vor dem Sprechen.

Luther Standing Bear, Sioux
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Der Schöpfer hat vorgesehen, dass wir durch Versuch und Irrtum lernen. Unser Lebensweg ist sehr breit. Alles auf diesem Weg ist heilig: Was wir richtig machen, ist heilig, aber unsere Fehler sind auch heilig. Das ist die Art des Schöpfers, spirituelle Menschen zu lehren. Zu kritisieren, wenn wir Fehler machen, ist keine indianische Lebensart. Aus unseren Fehlern zu lernen, das ist indianisch. Ein spiritueller Mensch ist jemand, der 30 bis 50 Fehler pro Tag macht und danach jedesmal mit dem Schöpfer spricht, was er als Nächstes tun soll. Das ist die Art des Kriegers.

Don Coyhis, Mohikaner
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Es ist gut für den Menschen,
seinen Kopf in den Wolken zu haben
und seine Gedanken zwischen den Adlern
wohnen zu lassen.
Aber er muss auch bedenken,
dass, je höher der Baum in den Himmel wächst,
desto tiefer seine Wurzeln in das Herz
von Mutter Erde hineindringen müssen.

Weisheit der Crow
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Ihr weißen Menschen kennt nur die Arbeit.
Ich will nicht, dass meine jungen Männer euch gleich werden. Menschen, die immer nur arbeiten haben keine Zeit zum Träumen, und wer Zeit zum Träumen hat, findet Weisheit.

Smohalla, Nez Perce
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Ich bin einfach nicht für die heutige Zeit gemacht.
Alle Leute haben es eilig, doch sie gehen nirgendwo hin.
Die Menschen leben nicht, sie existieren bloß.
Sie entfernen sich von der geistigen Wirklichkeit.
Dieser Tage suchen die Menschen Wissen, nicht Weisheit.
Wissen gehört der Vergangenheit an,
Weisheit der Zukunft.

Vernon Cuper, Lumbee
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Jeder Ort ist heilig,
und heiliger Ort ist unerschöpflich.

Alfonso Ortiz, Pueblo
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Dein Herz soll im Einklang
mit dem Herzen der Erde schlagen.
Du sollst fühlen,
dass du ein Teil des Ganzen bist,
das dich umgibt.

Gebet der Cheyenne
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Von allen Lehren,
die wir erhalten,
ist dies die Wichtigste:
Nichts gehört dir
von dem, was da ist.
Teilen musst du,
was du entnimmst.

Dan George, Salish
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Nimm dir Zeit, den Himmel zu betrachten.
Suche Gestalten in den Wolken.
Höre das Wehen des Windes
und berühre das kühle Wasser.
Gehe mit leisen und sanften Schritten -

Wir sind die Eindringlinge,
die von einem unendlichen Universum
nur für eine kurze Zeit geduldet werden.

Text am Montezuma Well in Arizona
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Allen Lebewesen ist eine Kraft zu Eigen - sogar einer winzigen Ameise, einem Schmetterling, einem Baum, einer Blume, einem Stein -, denn der Große Geist wohnt in jedem von ihnen. Die moderne Lebensart der Weißen hält diese Kraft von uns fern, schwächt sie ab. Um der Natur nahe zu kommen, sich von ihr helfen zu lassen, dazu braucht es Zeit und Geduld. Zeit, um nachzudenken und zu verstehen. Ihr habt so wenig Zeit zum Betrachten und Verweilen; immer seid ihr in Eile, immer gehetzt, immer gejagt. Diese Rastlosigkeit macht die Menschen arm.

Pete Catches, Sioux
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Der alte Mann muss unser Auto wohl
zwei dutzendmal angehalten haben,
um herauszuklettern und in seinen Händen
die kleinen Kröten zu sammeln,
die, geblendet von unseren Lichtern,
herumhüpften wie lebendige Regentropfen.

Regen fiel,
Nebelschleier umhüllten sein weißes Haar,
und ich sagte immer wieder:
Du kannst sie nicht alle retten, finde dich damit ab,
komm zurück ins Auto, wir müssen weiter -
haben noch viel vor.

Doch er - seine gegerbten Hände voll
von feuchtem, braunem Leben,
bis zu den Knien im sommerlichen Gras
des Straßengrabens stehend -
er lächelte nur und sagte:
Auch sie haben noch viel vor.

Joseph Bruchac, Abenaki
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Es strömt aus von der Frau
Schönheit strömt aus von der Frau
Von der hinteren Ecke meines Hauses
Es strömt aus von der Frau
Schönheit strömt aus
Von der Mitte meines Hauses
Es strömt aus von der Frau
Schönheit strömt aus
Vom Feuerplatz meines Hauses
Es strömt aus von der Frau
Schönheit strömt aus
Von der Schwelle meines Hauses
Es strömt aus von der Frau
Schönheit strömt aus
Von der Umgebung meines Hauses
Es strömt aus von der Frau
Schönheit strahlt aus
In jede Richtung

Ja so ist es

Lied aus einem traditionellen Navajo-Segensritual
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Ich bin ein Gefäß,
geformt
aus Schichten
von erfahrenem Leben.

Nora Naranjo-Morse, Pueblo
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Leben
ist mein echter Besitz.
Die Ewigkeit dieses Augenblicks,
dieses Raumes,
dieses Gefühls.

Ein sanfter Ton kommt von diesen heiligen Hügeln,
Wäldern,
Seen.

Spricht von einer heiligen Art zu leben,
dem Weg des Friedens,
einem Licht, das über unserer Mutter Erde aufgeht
und allen Geschöpfen Freiheit bringt;

so dass sie sehen
Leben ist ewig.

Komm mit mir und tanze,
sei du selbst und versuche es zu sehen -

DAS LEBEN.

Gebet einer Hopi-Frau
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Ich lebte früher das natürliche Leben, während ich jetzt ein künstliches Leben führe. Jeder schöne Stein war mir damals wertvoll; jeder wachsende Baum ein Gegenstand der Verehrung.
Jetzt stehe ich zusammen mit dem Weißen Mann bewundernd vor einer gemalten Landschaft, deren Wert in Dollar gemessen wird!
In dieser Art werden Indianer umgeformt - so wie Natursteine zu Staub zermahlen und dann zu künstlichen Blöcken geformt werden, aus denen man die Mauern der modernen Gesellschaft errichten kann.
Die »ersten Amerikaner« verbanden mit ihrem Stolz eine einzigartige Demut. Spirituelle Arroganz war ihrer Natur und ihrem Leben fremd.
Sie beanspruchten niemals, dass die Gabe der artikulierten Sprache ein Beweis sei für die Überlegenheit über die übrige sprachlose Schöpfung. Vielmehr ist Sprache für sie ein gefährliches Geschenk. Sie glauben im tiefsten Herzen an das Schweigen - das Zeichen eines vollkommen ausgewogenen Charakters. Schweigen bedeutet absolute Ausgeglichenheit, eine Balance von Körper, Geist und Seele.
Der Mensch, der sein Selbst bewahrt, ist immer still und wird von den Stürmen des Lebens nicht erschüttert - es rührt sich gewissermaßen kein Blatt an dem Baum, kein Plätschern kräuselt die Oberfläche des stilles Sees ...
Schweigen ist der Eckpfeiler des Charakters.

Ohijesa, Sioux
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Die Liebe ist etwas, was wir, du und ich, zu Eigen haben müssen. Wir müssen von ihr ganz erfüllt sein, denn unser Geist wird von ihr genährt. Wir müssen sie haben, denn ohne sie werden wir schwach und kraftlos. Ohne die Liebe wird unsere Selbstachtung geschwächt. Ohne sie verlieren wir den Mut. Ohne die Liebe können wir nicht mehr mit Zuversicht in die Welt blicken. Stattdessen wenden wir uns nach innen und beginnen, von unserer eigenen Persönlichkeit zu zehren, und nach und nach zerstören wir uns dann.
Du und ich, wir brauchen die Kraft und die Freude, die aus der Erkenntnis entspringt, dass wir geliebt werden. Das gibt uns schöpferische Kraft. Dadurch schreiten wir unermüdlich voran. Damit - und allein damit - sind wir imstande, uns für unsere Nächsten aufzuopfern.

Dan George, Salish
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Großer Geist, bewahre mich davor,
über einen Menschen zu urteilen,
ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.

Spruch eines unbekannten Apachen
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Du musst die Dinge mit dem Auge in deinem Herzen ansehen, nicht mit dem Auge in deinem Kopf.

Lame Deer, Sioux
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