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Amico Aspertini (1475-1552)
Porträt von Tommaso Raimondi
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Wenn
in die Augen ich dem Liebsten schaue,
Beglückt in seine strahlend schönen
Augen,
Will, was ich denk' und sinne, nicht mehr
taugen,
Wort und Gebärde weht ins Ungenaue.
Aus Angst
und Ehrfurcht wachsen drohend graue
Gewalten auf, das Hirn mir leer zu
saugen,
Des Denkens Salz zerstörend wegzulaugen,
Bis ich der eignen Rede nicht mehr traue.
Kein armes
Wörtlein schwingt sich mehr empor,
Wenn ich, berauscht vom Bilde meiner
Liebe,
Verzückten Herzens den Verstand verlor.
So wird die
gleiche Schönheit, schön, daß Schmerzen
Ihr Anblick fast der Seele schenkt, dem
Herzen
Zur Lebensflamme und dem Geist zum Diebe.
Gaspara Stampa (1523-1554)
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