Das Haupt von Fein-Gold,
warmem Schnee die Wangen ...

Frauen-Porträts und Petrarca's Sonette
von Laura's Schönheit
 



Agnolo Bronzino (1503-1572)
Porträt einer jungen Frau





 



Sonett 84
Non veggio ove scampar mi possa omai

Im fünfzehnten Jahr seiner Anfechtung
blenden ihn Lauras Augen
mehr noch als im ersten

Ich frage mich, wie soll sich das noch wenden?
Seit längster Zeit befehden mich die klaren
und schönen Augen meiner Streitebaren,
die mich in Bälde noch zu Grabe senden.

Ich möchte fliehn, doch glühn mir allerenden
die Strahlen, die mir vor die Seele fahren,
so minniglich, daß sie nach fünfzehn Jahren
mehr als am ersten Tage mich verblenden.

Und ihre Macht ist so verteilt im Raume,
daß ich dies Licht, zumindest dessen Funkeln,
sonst nichts erschaue, wie ich mich auch stelle.

Solch Brand entloht nur einem Himmels-Baume;
und meine Feindin lockt mit Ihrem dunkeln
Befehl mich knechtisch in die Sternen-Helle.

Francesco Petrarca (1304-1374)


 

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