Das Haupt von Fein-Gold,
warmem Schnee die Wangen ...

Frauen-Porträts und Petrarca's Sonette
von Laura's Schönheit
 



Albrecht Dürer (1471-1528)
Porträt einer jungen Frau


 



Sonett 69
Erano i capei d'oro a l'aura sparsi

Selbst wenn er sich geirrt hätte,
wäre es zu spät um umzukehren

Die goldnen Locken flatterten im Winde,
der sie zu tausend holden Flechten drehte;
und übermächtig leuchtete und wehte
der schönen Augen lichtes Angebinde.

Ich weiß nicht recht, ob Ihr bewußt, doch linde
schien mir Ihr Haupt geneigt, wie zum Gebete!
Nimmts Wunder, daß ich, dem die Zündrakete
im Busen glomm, für Sie entbrannt geschwinde?

Ihr Schreiten war kein sterbliches, ein Schwirren
so doch von englischer Gestalt; die Worte,
sie klangen nicht wie Menschenmund entflogen.

Ein Himmels-Geist, ein Stern-Bild stand am Orte,
wo ich Sie sah; und, sollte ich mich irren:
»Die Wunde heilt nicht, weil entspannt der Bogen.«

Francesco Petrarca (1304-1374)


 

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