Das Haupt von Fein-Gold,
warmem Schnee die Wangen ...

Frauen-Porträts und Petrarca's Sonette
von Laura's Schönheit
 



Andrea del Sarto (1486-1530)
Porträt der Frau des Malers



 



Sonett 304
Questo nostro caduco e fragil bene

Die Natur hat mehr für sie als für alle anderen getan,
doch nicht auf lange

Nie war vorher, es sei denn heutzutage,
in einem Leib soviel des Guts verschwendet,
das Schönheit heißt, in Wind und Schatten endet,
ein brüchiges: und dies zu meiner Plage.

Denn die Natur will nicht, daß jemand sage,
sie habe wenig dem, dem viel gespendet;
wiewohl sie diesmal nur mein Weib vollendet,
was keine kränke, das in andrer Lage.

Es gab in alten Tagen und in neuen
nichts Ähnliches, noch wirds an Schönheit geben,
wiewohl dem Blick der Sterblichen verborgen.

Früh schwand sie hin! Deshalb mich zu erfreuen
mir nicht am Bild geziemt von diesem Leben,
so doch am schönern Ihrer Himmels-Morgen.

Francesco Petrarca (1304-1374)


 

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