Das Haupt von Fein-Gold,
warmem Schnee die Wangen ...

Frauen-Porträts und Petrarca's Sonette
von Laura's Schönheit
 



Bernardino Luini (1480-1532)
Porträt einer Dame
(Ausschnitt)





 



Sonett 268
L' alto e novo miracol ch' a' dì nostri

Keine Worte
können ihre Schönheit schildern

Das neue Wunder, das zu unsern Tagen
hier auf der Welt begonnen und geendet
und uns der Himmel lieh, doch gleich entwendet,
um seinen Stern-Dom damit auszuschlagen;

ich soll es nun, all denen, die mich fragen,
auf Amors Wunsch hin schildern, form-vollendet:
obschon ich Geist und Zeit daran verschwendet,
Papier, Kiel, Tinte, wärs nicht auszusagen!

Noch ist der Reim nicht unumschränkt, ausdrücklich:
ich weiß es leider und es weiß es jeder,
der bisanher von Liebe viel geschrieben.

Wer Wahrheit sucht, der traue nicht der Feder,
die manchmal irrt, und seufze nur: »O glücklich,
wer vor Ihr leibhaft einmal stehngeblieben!«

Francesco Petrarca (1304-1374)


 

zurück

zurück zur Startseite