Das Haupt von Fein-Gold,
warmem Schnee die Wangen ...

Frauen-Porträts und Petrarca's Sonette
von Laura's Schönheit
 



Cornelis van Poelenburgh (c. 1586-1667)
Porträt einer jungen Frau als Flora





 



Sonett 222
In tale stella duo belli occhi vidi

Mit Laura kann an Tugend und Schönheit
kein Weib verglichen werden

Zwei Augen sah ich unter ihrem Sterne
der Keuschheit voll sowie der Lieblichkeiten,
so schön, daß ich sie, ohne viel zu streiten,
weit über alles stelle, nah wie ferne.

Und man vergleiche nicht mit ihrem Kerne,
was andre Zeiten, Länder uns entbreiten;
nicht die, die Griechenland in Streitigkeiten
mit ihrer Schönheit warf, daß Troja lerne.

Nicht jene Römerin, die mit dem Eisen
die Brust geöffnet, die halb-nackt empörte,
Isiphyle, Argias, Polyxene.

Denn die Vorzüglichkeit, die unerhörte,
gehört zu jenen, ist vielmehr selbst jene,
die unvergleichlich ihren Ruhm beweisen.

Francesco Petrarca (1304-1374)


 

zurück

zurück zur Startseite