Das Haupt von Fein-Gold,
warmem Schnee die Wangen ...

Frauen-Porträts und Petrarca's Sonette
von Laura's Schönheit
 



Elisabeth Vigee-Lebrun (1755-1842)
Madame Perregaux
(Ausschnitt)





 



Sonett 215
O dolci sguardi, o parolette accorte

Er seufzt nach jenen Reizen, von welchen er zu seinem Gram
sich zu entfernen gezwungen ist

O süßer Blick! O Wörtlein, plan und eben!
werd ich euch jemals wiedersehn und -hören?
O blonde Locken, die mein Herz verstören
und es, verstrickt, dem Liebes-Tod verweben!

O schönes Antlitz, mir zum Los gegeben,
nie mir zur Freude, immer zum Empören!
O Trug der Dinge, die das Falsche schwören
und Pein statt Lust zur Wirklichkeit erheben!

Kommt irgend einmal irgend eine Süße
von jenem wunder-milden Blick geflossen,
für mich bestimmt, der ich stets dienen werde;

sofort, damit ich Lust mit Leiden büße,
bestellt mein Glück mir Schifflein oder Pferde
und führt mich weg, zum Wehtun schnell entschlossen.

Francesco Petrarca (1304-1374)


 

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