Das Haupt von Fein-Gold,
warmem Schnee die Wangen ...

Frauen-Porträts und Petrarca's Sonette
von Laura's Schönheit
 



Paulus Bor (1605-1669)
Cydippe mit Acontius's Apfel
(Ausschnitt)





 



Sonett 210
Chi vuol veder quantunque pò natura

Wer sie sieht, muß bekennen,
daß kein Lob sie erreiche

Wer staunen will, wieviel Natur dem Kerne
des Alls entlockt, der komme Sie zu sehen,
die nicht nur mich erleuchtet, Stern der Sterne,
so doch auch die, so blind des Weges gehen.

Er komme bald, dieweil der Tod erst gerne
die Guten rafft und läßt die Bösen stehen:
bereits erwartet in dem Reich der Ferne,
muß alles Sterblich-Schöne hier verwehen.

Kommt er zurecht, erblickt er alle Schöne
und alle Tugend, alle Königs-Sitte,
mit hoher Kunst in einem Leib vereinet.

Dann sagt er wohl, daß mein Gedicht nicht töne,
daß mein Verstand im großen Lichte litte:
doch zögert er, er wohl für immer weinet!

Francesco Petrarca (1304-1374)


 

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