Das Haupt von Fein-Gold,
warmem Schnee die Wangen ...

Frauen-Porträts und Petrarca's Sonette
von Laura's Schönheit
 



Palma Vecchio (1480-1528)
Eine blonde Frau





 



Sonett 209
Parrà forse ad alcun che 'n lodar quella

Wer Laura nicht gesehn,
bezichtigt ihn der Übertreibung in dem Lobe

Wohl mag dem einen wie dem andern scheinen,
mein Ihr gespendet Lob-Lied sei verschroben,
indem ich Sie zur schönen, keuschen, feinen,
gescheuten, heiligsten der Fraun erhoben.

Mir schwant das Gegenteil; und unterschoben
scheint mir die Schrift noch im Betreff der Einen,
die würdig ist, daß Sie weit Bessre loben:
und wers nicht glaubt, wirds bald nicht anders meinen.

Dann sagt man wohl: »Was der zu leisten trachtet,
das ließe Pindar und Homer, desgleichen
Virgil, Horaz und Cicero erschlaffen.

Vor solchem Licht bleibt jedes Wort umnachtet:
nicht seiner Wahl entspringen seine Zeichen,
vielmehr sein Schicksal hats ihm angeschaffen.«

Francesco Petrarca (1304-1374)


 

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