Das Haupt von Fein-Gold,
warmem Schnee die Wangen ...

Frauen-Porträts und Petrarca's Sonette
von Laura's Schönheit
 



Jósef Grassi (1757-1838)
Porträt einer Dame
(Ausschnitt)






 



Sonett 160
Pasco la mente d'un sì nobil cibo

Er weiß nicht, was ihm höheres Glück bedeutet:
sie zu hören oder sie zu sehen

So edle Kost gilt meinem Geist als Speise,
daß ich nicht Nektar noch Ambrosia neide,
denn schon das Schaun enthebt mich allem Leide
und bis zum Grunde trink ich Lethe leise.

Dazu kommt Hören, das in andrer Weise
ich mir im Bild zu Seufzern bunt verschneide;
an Minnes Hand geleitet, sind mir beide,
das Schaun und Lauschen, eine Traum-Land-Reise.

Denn jene Stimme, bis zu Gott willkommen,
erklingt in Worten, so geliebt und eben,
daß ders nicht ahnt, der sie nicht einst vernommen.

Und so erscheint, vereint in diesem Leben,
in weniger denn Handbreite vollkommen,
was Geist, Natur und Himmelsgunst gegeben.

Francesco Petrarca (1304-1374)


 

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