Das Haupt von Fein-Gold,
warmem Schnee die Wangen ...

Frauen-Porträts und Petrarca's Sonette
von Laura's Schönheit
 



Giovanni Bellini (c. 1426-1516)
Junge nackte Frau mit Spiegel





 



Sonett 158
Si come eterna vita è veder Dio

Er findet all sein Glück im Anschauen der schönen Laura
und vergleicht sich mit den Fabelwesen,
von denen Plinius am Quell des Ganges spricht

Wie Gott zu schaun ein Ewiges bedeutet,
vor dem die Wünsche wesenlos vergehen,
so macht mich glücklich, Fraue, Euch zu sehen,
die Ihr mein Nichts durch Euer All erfreuet.

Wenn ihr das Wahre nicht zu sagen scheuet,
ihr müßtet, Augen, euch fürwahr gestehen,
daß ihr nie Schönres saht, daß kein Geschehen
ihr jemals mir erlösender erneutet.

Und wenn die Freuden nicht so flüchtig wären,
wär ich versorgt; denn, so wie Geister streichen,
die, wenn es wahr ist, nur zum Dufte streben;

von Wasser, Feuer andre sich ernähren,
das unsüß schmeckt, warum soll ich desgleichen
nicht bloß von Eurem holden Antlitz leben?

Francesco Petrarca (1304-1374)


 

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