Das Haupt von Fein-Gold,
warmem Schnee die Wangen ...

Frauen-Porträts und Petrarca's Sonette
von Laura's Schönheit
 




Karoly Brocky (1807-1855)
Porträt einer Frau mit Schleier



 



Sonett 129
Lieti fiori e felici, e ben nate erbe

Er beneidet die Dinge,
die sie gesehen und gehört haben

Ihr heitern Blumen, Gräser, wohlgeboren,
die meine Herrin tritt im Stehenbleiben,
du Strand, dem süß entlang die Wörtlein treiben,
dem Ihrer Füße Spur nicht unverloren;

ihr blassen Veilchen, artig auserkoren,
ihr schlanken Stämmlein zart entsproßter Eiben,
ihr Schatten-Wälder, so die Sonnenscheiben
in ihrem Wechsel tag für tag umfloren;

du milde Landschaft, Quellen ihr, ihr klaren,
drin Aug und Antlitz sich der Schönen baden,
in allem nachgebildet Ihrem Lichte:

wie neid ich euch Ihr köstliches Gebaren!
Kein Riff erwüchse je zu eurem Schaden,
das sich nicht gleich nach Ihrer Gangart richte.

Francesco Petrarca (1304-1374)


 

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