|

Lorenzo Costa (c. 1460-1535)
Porträt einer Dame mit Schoßhündchen
|
Sonett 127
Amor et io sì pien'
di meraviglia
Sie rede, lächle, blicke, gehe,
immer ist sie überirdisch und unvergleichlich
Mein Herz und ich, wir müssen Sie, entschieden,
wie zweie, die sich Wunderliches raunen,
seis, daß Sie spricht, seis daß Sie lacht, bestaunen,
die nur Sich selber ähnlich ist hienieden.
Von Ihren Brauen flockt ein stiller Frieden,
so wie von feder-weichen Eider-Daunen;
und bettet mild in Andacht alle Launen,
die bisanher dies hohe Bild gemieden.
Welch Wunder, wenn Sie zwischen hohen Gräsern
als Blume ragt! Wenn Sie die weißen Brüste
zusammendrückt an einem grünen Strauche!
Welch Wunder, wenn Sie in dem Frühlings-Hauche
allein lustwandeln geht, in Spröde gläsern,
und einen Kranz fürs Haar flicht, aller Blüste!
Francesco Petrarca (1304-1374)
|