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Giuliano Bugiardini (1475-1554)
Frauen-Porträt
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Sonett 125
Ove ch' i' pòsi gli
occhi lassi, o giri
Zum letzten Male Lauras Tränen
Wohin ich immer müden Blickes schaue,
um meine wilde Sehnsucht zu befrieden,
erblick ich hingemalt Ihr Bild, das blaue,
das meine Wünsche aufrecht hält hienieden.
Daß Sie den Schmerz im frommen Herzen staue,
erscheint Ihr Leiden mir als Lust beschieden;
nicht nur der Blick ist voll davon: die Fraue
füllt auch mein Ohr mit Seufzern, ungemieden.
Ich und mein Herz, wir sind uns drüber einig,
daß die geschaute Schönheit unerfindlich
auf Erden ist, wie unter jedem Sterne.
Und daß so süßen Laut nur wir alleinig
vernehmen dürfen; und so all-verbildlich
nur uns die Tränen leuchten aus der Ferne.
Francesco Petrarca (1304-1374)
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