Das Haupt von Fein-Gold,
warmem Schnee die Wangen ...

Frauen-Porträts und Petrarca's Sonette
von Laura's Schönheit
 



Sandro Botticelli (1445-1510)
Porträt einer jungen Frau


 



Sonett 121
Le stelle, il cielo e gli elementi a prova

Lauras hohe Schönheit
erweckt nur Gedanken höchster Tugend

Gestirne, Himmel, Elemente alle,
wetteifernd wollten sie mit letzter Mühe
und Kunst, daß dieses Lebens-Wunder blühe,
drin sich Natur wie nirgend sonst gefalle.

Ihr Werk, vollbracht, war von so reinem Schalle,
daß jedes Licht versagte seit der Frühe,
wie wenn ringsher nur Ihre Sonne glühe,
unendlich über jedem Sonnen-Balle.

Die Luft, getroffen von so holden Strahlen,
entbrennt in Frömmigkeit, dermaßen milde,
daß Geist und Wort daneben stumm versagen.

Gemeiner Wunsch versinkt in tiefen Talen,
Nur Ehre blüht! In welchen Helden-Sagen
geschiehts, daß Schönheit siegreich übers Wilde?

Francesco Petrarca (1304-1374)


 

zurück

zurück zur Startseite