Süße Minne reine Minne
Mittelalterlicher Minnesang
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Albrecht von Johannsdorf (um 1165-1210)
Der al der werlde fröide gît, der trœste mîn gemüete. mîn fröide an der vil schônen lît, nâch der mîn herze wüete. scheide, frouwe, diesen strît, der in mînem herzen lît, mit reines wîbes güete. Du nime daz, frouwe, in dînen muot und tuo genædeclîche. gegen dir unsanfte mir daz tuot und sol ich von dir wîchen. du lâ gegen mir den dînen haz, sône mac mir niemer werden baz, wan in dem himelrîche. Und sold ich iemer daz geleben, daz ich si umbe vienge, sô müese mîn herze in fröiden sweben, swenne daz alsô ergienge, sô wurde ich von sorgen frî, ir genâde stânt dâ bî, ob si mir des verhienge. |
Er, der der ganzen Welt Freude gibt, der tröste mein Gemüt. Meine Freude liegt bei der so Schönen, nach der mein Herz sich verzehrt. Beende, Herrin, diesen Kampf, der in meinem Herzen herrscht, mit der Güte einer reinen Frau. Nimm du das, Herrin, dir zu Herzen und handle gnädig. Bei dir fällt es mir schwer, wenn ich von dir scheiden muß. Lasse du deine Feindschaft gegen mich, dann kann es mir nimmer wohler werden, außer im Himmelreich. Und sollte ich jemals erleben, daß ich sie umfinge, dann müßte mein Herz in Freuden schweben, wenn das so geschähe, dann würde ich von Sorgen frei, ihre Gnade würde da beistehen, wenn sie mir das verstattete. |