Süße Minne reine Minne
Mittelalterlicher Minnesang
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Hartwig von Raute (Ende des 12. Jhs oder später)
Als ich sihe daz beste wîp, wie kûme ich daz verbir, daz ich niht umbevâhe ir reinen lîp und twinge si ze mir. ich stân dicke ze sprunge als ich welle dar, sô si mir sô suoze vor gestêt. næme sîn al diu werlt war, sô mich der minnende unsin ane gêt, ich mohte sîn niht verlân, der sprung wurde getân, trûwet ich bî ir einer hulde durch disen unsin bestân. |
Wenn ich die beste Frau sehe, - wie schwer enthalte ich mich, daß ich nicht ihren reinen Leib umfange und sie an mich drücke. Ich stehe oft sprungbereit da, als wolle ich zu ihr hin, wenn sie so süß vor mir steht. Nähme es alle Welt wahr, wenn mich die Minne-Raserei anfällt, - ich könnte ihn nicht unterlassen, der Sprung würde vollführt, könnte ich hoffen, allein in ihrer Huld durch diese Raserei zu bleiben. |