Süße Minne reine Minne
Mittelalterlicher Minnesang
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Ulrich von Gutenburg (?)
(Erste Hochphase des Minnesangs um 1170-1190/1200)
Ze dienest ir, von der ich hân ein leben mit ringem muote, als ich nû lange hân getân! und gan es mir diu guote, Diu mir tuot daz herze mîn vil menger sorgen lære, sô wirt an mîme sange schîn der winter noch dehein swære. Ich wil si flêhen unz ich lebe, daz si mir fröide gunne und si mir lôn nâch heile gebe. si ist mîn sumerwunne: Si seiget bluomen unde klê in mînes herzen anger, des muoz ich sîn, swiez mir ergê, vil rîcher fröiden swanger. Ir güete mich vil lützel lât dekeinen kumber müegen. der schîn, der von ir ougen gât, der tuot mich schône blüegen, Alsam der heize sunne tuot die boume in dem touwe. sus senftet mir den swæren muot von tage ze tage mîn frouwe. Ir schôner gruoz, ir milter segen mir eime senften nîgen, daz tuot mir ein meigen regen rehte an daz herze sîgen. |
Ihr zu Diensten, von der ich habe ein Leben mit leichtem Sinn, wie ich es nun seit langem geführt habe! Und gönnt es mir die Gute, die mir mein Herz macht von gar manchen Sorgen frei, so wird an meinem Gesang bemerkbar weder der Winter noch irgendeine Beschwer. Ich will sie anflehen, solang ich lebe, daß sie mir Freude gönne und sie mir Lohn zu meinem Heile gebe. Sie ist meine Sommerwonne: Sie sät Blumen und Klee in meines Herzens Anger, deshalb muß ich, wie es mir auch ergehe, überreicher Freuden schwanger sein. Ihre Güte läßt mich kaum irgendeinen Kummer spüren. Der Glanz, der von ihren Augen ausgeht, der läßt mich herrlich aufblühen wie die heiße Sonne die Bäume im Tau. So besänftigt mir den schweren Sinn von Tag zu Tag meine Herrin. Ihr freundlicher Gruß, ihr gütiger Segenswunsch durch ein leichtes Verneigen, das läßt mir einen Maienregen direkt in mein Herz fließen. |