Süße Minne reine Minne
Mittelalterlicher Minnesang
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Friedrich von Hausen (gest. 1190)
Diu süezen wort, diu habent mir getân, diu ir die besten al gemeine sprechent, daz ich niene kan gedenken wan an si alterseine. ander mîn angest, der ist kleine, wan der den ich von ir hân. got weiz wol, daz ich nie gewan in al der werlte sô liebe enkeine, des sol si mich geniezen lân. Swes got an güete und an getât noch ie dekeiner frouwen gunde, des gihe ich ime, daz er daz hât an ir geworht als er wol kunde. was danne, und arnez under stunde, mîn herze es dicke hôhe stât. noch möhte es alles werden rât, wolden si die grôzen wunde erbarmen, die si an mir begât. Swaz got an frouwen lât ertagen, des enkan mir an ir nieman gemêren, wan als ich ir muoz mîn angest sagen, daz kan si leider wol verkêren. ein herte herze kan siz lêren, daz alsô lîhte mac vertragen sô grôzez wüefen unde klagen, daz ich lîde umb ir hulde mit sêren, daz ich niemer mac getragen. |
Die süßen Worte, die haben bei mir bewirkt, - welche über sie die Besten allgemein sagen, - daß ich an nichts kann denken als an sie ganz allein. Meine sonstige Bedrängnis, die ist gering, außer der, die ich ihretwegen habe. Gott weiß wohl, daß ich (noch) nie gewann auf der ganzen Welt eine solche Liebe, - das soll sie mich genießen lassen. Was Gott an Tugenden und an Gestalt noch nie einer Frau gönnte, das gestehe ich ihm zu, daß er das hat in ihr geschaffen, wie nur er es konnte. Was dann, wenn es unterweilen dies büßen mag, - mein Herz schlägt dessetwegen oftmals hoch. Noch konnte dies alles gut werden, wollten sie die großen Wunden erbarmen, die sie mir zufügt. Was immer Gott an Frauen erstrahlen läßt, das kann mir an ihr niemand mehren, aber ebenso muß ich ihr meine Befürchtung sagen: das kann sie leider wohl (ins Gegenteil) verkehren. Ein hartes Herz kann sie dies lehren, das so leicht erdulden kann so großes Jammern und Klagen, das ich um ihrer Huld willen mit Schmerzen erleide, - das ich nicht mehr ertragen kann. |