Süße Minne reine Minne
Mittelalterlicher Minnesang
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Heinrich von Veldeke (13. Jh.)
Swer mir schade an mîner frouwen, deme wünsche ich des rîses, dar an die diebe nement ir ende. swer mîn dar an schône mit trouwen, dem wünsch ich des paradyses unde valde im mîne hende. frâg ieman, wer si sî, der bekenne si dâ bî: ez ist diu wolgetâne. genâde, frouwe, mir, der sunnen gan ich dir, sô schîne mir der mâne. Swie mîn nôt geflüeger wære, sô gewunne ich liep nâch leide unde fröide manicvalde, wan ich weiz vil liebiu mære: die bluomen entspringent an der heide, die vogel singent in dem walde. dâ wîlent lag der snê, dâ stât nû grüener klê, er touwet an dem morgen. swer nû welle, der fröuwe sich. nieman nœt es mich, ich bin unledic sorgen. |
Wer immer mir schadet bei meiner Dame, dem wünsche ich den Strang, an dem die Diebe ihr Ende finden. Wer mich bei ihr mit Aufrichtigkeit herausstreicht, dem wünsche ich das Paradies und falte für ihn meine Hände. Fragte jemand, wer sie sei, der erkenne sie daran: sie ist die Wohlgestalte. Sei mir gnädig, Herrin, die Sonne gönne ich dir, mir scheine dagegen der Mond. Wenn meine Not erträglicher wäre, so gewönne ich Liebe nach Leid und mannigfaltige Freude, denn ich weiß viel gute Kunde: Die Blumen sprießen auf der Heide, die Vögel singen im Walde. Wo einstens der Schnee lag, da steht nun grüner Klee, er ist betaut des Morgens. Wer immer nun will, der freue sich. Niemand nötige mich dazu, ich bin nicht frei von Sorgen. |