Süße Minne reine Minne
Mittelalterlicher Minnesang
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Dietmar von Eist (1139-1171)
Gedanke die sint ledic frî, daz in der werlte nieman kan erwenden. dâ ist ouch dicke senen bî, die ich von dem herzen ofte unsanfte sende. ein rehtiu liebe mich betwanc, daz ich ir gap daz herze mîn, des werdent mir diu jâre sô lanc. sol ich von der gescheiden sîn, des, wæne ich, mîn leben niht lange stê, ich verdirbe in kurzen tagen. mir tuot ein scheiden alsô wê. Ich siufte und hilfet leider niht umbe ein wîp, bî der ich gerne wære. sô si mîn ouge niht ensiht, daz sint dem herzen mîn vil leidiu mære. ir tugende, die sint valsches frî, des hœre ich ir die besten jehen. nû sehent wie mînem herzen sî, ich getar ir leider niht gesehen, wie senelîche si mich lie. si hât daz herze mir benomen. daz geschah mir ê von wîben nie. Ich hân der frouwen vil verlân, daz ich niht herzeliep vinden kunde. swaz ich fröiden ie gewan, daz ist wider dise liebe ein krankiu stunde. die ich ze liebe mir erkôs, sol ich der sô verteilet sîn, seht, des belîbe ich fröidelôs und wirt an mînen ougen schîn. in al der werlte ein schœne wîp ist aller fröide ein wunne. vil gar ir eigen ist mîn lîp. |
Gedanken, die sind völlig frei, das kann niemand auf der Welt ändern. Dabei ist auch häufig Sehnsucht, die ich von dem Herzen oft unter Schmerzen aussende. Eine echte Liebe bezwang mich, so daß ich ihr mein Herz gab, deshalb werden mir die Jahre so lang. Soll ich von ihr geschieden sein, - dem hält, glaube ich, mein Leben nicht lange stand, ich werde innerhalb weniger Tage sterben. Mir tut das Scheiden so weh. Ich seufze - und das hilft leider nichts - einer Frau wegen, bei der ich gerne wäre. Wenn sie mein Auge nicht sieht, sind das meinem Herzen recht traurige Umstände. Ihre Tugenden, die sind ohne Falsch, das höre ich die Besten ihr zugestehen. Nun seht, wie es um mein Herz steht, ich wage es leider nicht, sie aufzusuchen, wie sehnsuchtsvoll sie mich (auch) werden ließ. Sie hat mir das Herz geraubt. Das geschah mir vormals von Frauen nie. Ich habe viele Frauen verlassen, weil ich keine Herzeliebe finden konnte. Was ich an Freuden je gewann, das ist gegenüber dieser Liebe eine vertane Zeit. Die ich mir zur Liebe erkor - soll ich bei ihr ebenso erfolglos sein, seht, dann bleibe ich freudlos, und dies wird an meinen Augen offenbar. In der ganzen Welt ist eine schöne Frau ein Gipfel aller Freuden. Gänzlich ihr eigen ist mein Leben. |