Süße Minne reine Minne
Mittelalterlicher Minnesang
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Namenlos (13. Jh.)
Möhte zerspringen mîn herze mir gar von leiden sachen, ich wær lange tôt, daz diu vil reine mîn nimt keine war und ich unmære ir, daz ist ein nôt; daz ich an ir armen sol niemer erwarmen: sol ich an ir armen nie mêr ruowen niht; owê ruowen niht, owê ruowen niht, ach, sendez herze, der leiden geschiht! Tantalus geselle bin ich nu gesîn, den türstet vil sêre unde tuot hunger wê: doch sô fliuzet ofte vor dem munde sîn grânât manger leie und ein tiefer sê. alsô sên ich dicke lieplîche ougen blicke, dâ von ich erschricke, ach die tuont mir wê. ach daz tuot mir wê, ach die tuont mir wê. rât edele Minne, daz sorge zergê. |
Könnte mein Herz mir ganz zerspringen von leidigen Dingen, ich wär lange schon tot. Daß die Reine mich nicht beachtet und ich ihr zuwider bin, das ist eine Not; daß ich in ihren Armen nie soll erwarmen: soll ich in ihren Armen nie mehr ruhen je, o weh, ruhen nie, o weh, ruhen nie, ach, liebendes Herz, dieser leidigen Sache! Des Tantalus Bruder bin ich nun gewesen, den dürstet gar sehr und Hunger tut ihm weh: doch so schweben oft vor seinem Munde Granatäpfel viel und ein tiefer See. Ebenso seh ich oft der Augen liebliche Blicke, davon erschreck ich, ach, die tun mir weh. Ach, das tut mir weh, ach, die tun mir weh. Hilf', edle Minne, daß die Sorge vergeh. |