Süße Minne reine Minne
Mittelalterlicher Minnesang
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Herr Hess von Reinach (gest. 1280)
Klagelîche nôt klage ich von der minne, daz si mir gebôt daz ich mîne sinne dar bewante dâ man mich verderben wil. hey minnen spil, durch dich lîde ich sendes kumbers alze vil. Wengel rôsenvar, wol gestellet kinne, ougen lûter klâr, minneclîchiu tinne hât si, diu mir krenket leben und lîp. hey sælic wîp, dur dîn besten tugende mir mîn leit vertrîp. Süeze trœsterîn, trœste mîne sinne dur die minne dîn. in der minne ich brinne, von der minne fiure lîde ich sende nôt. hey mündel rôt, wilt du mich niht trœsten, sich, sô bin ich tôt. |
Klägliche Not von der Minne klag ich, daß sie mir gebot, meinen Sinn zu richten dorthin, wo man mich verderben will. Hei, Minnelust, deinetwegen leid ich Liebeskummer allzuviel. Wangen rosenrot, wohlgestaltes Kinn, Augen lauter, klar und die Stirne lieblich hat sie, die mir Leib und Leben schwächt. Hei, selige Frau, vertreib mit deinen besten Kräften mir mein Leid. Süße Trösterin, tröste meinen Sinn durch meine Minne. In der Minne brenn ich, von der Minne Feuer leid ich Liebesnot. Hei, Mündlein rot, willst du mich nicht trösten, sieh, so bin ich tot. |