Der Völker
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°i°e°b°e°s°g°a°r°t°e°n
(Ausgewählte Gedichte)
 






 




Ich liebe dich mehr als Vater und Mutter.
Nicht Bruder, nicht Schwester lieb' ich so sehr.
Und würde dich lieben noch mehr als die Jungfrau,
Wenn jemand mehr lieben nicht Sünde wär'.
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Mir befehlen, daß ich sollte,
Dich zu lieben hören auf,
Ist, als ob man sagen wollte:
"Sonne, hemme deinen Lauf."
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Ach, für Ringe welche Händchen,
Hast du, Mädchen, zart und rund,
Welchen Hals für Perlenschnüre,
Und für Küsse welchen Mund!
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Ob die Frühlingsrose hat,
Mädchen, dich geboren?
Scheint mir doch, du bist ein Blatt,
Welches sie verloren.
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Zwei Küsse werd' ich vergessen
Wohl nie in meinem Leben,
Den letzten, den mir die Mutter,
Den ersten, den du mir gegeben.
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Und wenn ich tausend Seelen hätte,
Ich gäb' sie alle, alle dir,
Nur eine hab' ich, doch ich gebe
Sie tausendmal dir gern dafür.

Und ist sie längst auch schon die deine,
Du weißt es ja, daß mehr dich liebt,
Weit mehr als tausend Seelen - eine
Die tausendmal sich dir ergiebt.
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Juana, sag', wie kommt es,
Daß die weißen Schuh',
Die du trägst beim Gehen
Nie beschmutzest du?
Lachend darauf sprach sie:
"Weil ich über Herzen
Schreite, anders nie."
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 Spanische Liebeslieder
(Volkslieder)


 

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Literatur: Der Völker Liebesgarten Leipzig Verlag Julius Zeitler 1909
(Gesammelt und herausgegeben von Paul Seliger)
(689-695)