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In der Heimat
Glücksel'ger Ort, wo dir die Tage
Des ersten Morgenrots geglüht,
Wo zwischen Disteln du im Hage
Wie eine Rose schön geblüht;
Wo dir des Hains Gesänge klangen,
Wo schmeichelnd dich der Mai geküßt,
Wo mich wie oft mit Purpurwangen
Dein Spiegelbild im See gegrüßt!
O, ist dir selbst nicht jede Stelle
Und jeder Ort noch wohlbewußt,
Wo du geruht bei Mondeshelle
An deines Liebsten treuer Brust?
Wie heiter da der Tag mir lachte,
Und welche Welt von Freuden da
Im wonn'gen Busen mir erwachte,
Du, meine Lilie weißt es ja.
Ich achte nicht die gift'gen Nadeln,
Womit die Spottsucht feindlich sticht;
Man mag mich schelten, mag mich tadeln,
Mich von dir scheiden kann man nicht.
Was fragt die Welt nach einem Herzen
Und seiner sel'gen Himmelsglut? -
Das Glück erwächst nur unter Schmerzen,
Und seine Goldfrucht reift der Mut.
Wenn jede Glut erlischt im Blauen,
Die Glut im Herzen stirbt mir nicht;
Ist nirgends mehr ein Stern zu schauen,
Unsterblich glänzt der Treue Licht.
Wohl manchen bess'ren mag es geben,
Wohl manchen reichern Mann als mich,
Jedoch kein einziger im Leben
Hat jemals dich geliebt wie ich.
Schwedisches Liebeslied
(Esaias Tegner)
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