Der Völker
L
°i°e°b°e°s°g°a°r°t°e°n
(Ausgewählte Gedichte)
 







 




Sie sitzt und schaut am Spiegel
Nur nach dem Mondenlicht,
Das rieselnd durch die Riegel
Des Faservorhangs bricht.

Als wie von Jadesplittern
Fließt durch der Kammer Raum
Ein Glitzern und ein Zittern,
Und sie zieht, wie im Traum,

Anstatt ihr Haar zu kämmen,
Den Vorhang hoch empor,
Und Strahlen überschwemmen
Der Kammer offnes Tor.

Wie jetzt die Silberscheibe
Weiß leuchtend strahlt und blinkt;
Gleich einem Frauenleibe,
Von dem die Seide sinkt.

Chinesisches Liebeslied
(Tschan-Jo-Su)

 

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Literatur: Der Völker Liebesgarten Leipzig Verlag Julius Zeitler 1909
(Gesammelt und herausgegeben von Paul Seliger)
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