|

|
Wenn meine Liebste aus dem Fenster sieht,
Und wie ein Stern ihr Auge glänzt und glüht
Und Strahlen funkelnd um sich schießt und sprüht,
Dann möcht ihr ältrer Bruder gleich vergehn!
Dem Mango gleicht die Wange hold und schön,
Der schlanke Hals, wie reizend anzusehn
Und wenn sie schlucket, Schatten drauf entstehn!
Wie'n Bild im Schauspiel ist sie anzusehn.
Die Stirne gleicht dem Neumond im Entstehn,
Die Brau'n gewölbt - o zum Verzehren schön!
Längst hab ich sie zur Herrin mir ersehn!
'Nen Ring trägt sie von Ceylons Edelsteinen,
Die langen Nägel wie ein Blitzstrahl scheinen
Durchsichtig wie die Perlen sind, die reinen!
Der schlanke Leib, der feinste von den feinen,
Der Hals, als wie gemeißelt und geschnitzt,
Das Mündchen, dunkles Rotholz, ausgeschlitzt;
Beredsamkeit auf ihren Lippen sitzt.
Selbst schmückt sie sich, nicht tut es ihr Gewand,
Schwarz ihre Zähn' - mit Bahe schwarz geätzet!
Anmutig schlank - 'ner Königin verwandt:
Das Haupt schmückt ein Serase-Blumenband,
Nichts was der Schönheit Ebenmaß verletzet!
Oft will die Seel' im Rausche mir entfliehen,
Ganz außer Stande sie zurück zu ziehen!
Malayisches Liebeslied
|