Der Völker
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°i°e°b°e°s°g°a°r°t°e°n
(Ausgewählte Gedichte)
(vom 20. August 2005)

 









 




Wie soll ich im Garten lustwandeln
ohne dich an meiner Seite?
Was soll ich mit dem Jasmin und der Lilie
anfangen - ohne dich?

Da du das Licht meiner Augen bist, wie soll ich
da in deiner Abwesenheit
Mich erfreuen des Augenblicks der Erde und ihrer
duftenden Blumen - ohne dich?

Niemand sehnt sich nach dem Paradies, als um
das Antlitz der Gottheit zu schauen,
Was ist denn Heim, Dorf, Vaterland
für mich - ohne dich?

Wenn ich nicht das tiefe Grübchen in deinem
Kinn erreichen kann,
Was soll ich mit dem kurzen Lebensfaden
beginnen - ohne dich?

Als Bettelmönch bin ich glücklich im Staube
an deiner Tür,
Was wäre mir aber Khutans Herrschaft -
ohne dich?

Da ich beständig auf das Feuer gebracht werde
wie Fleisch auf den Rost,
Was nützt mir mein Dasein, das einem
Hinschlachten gleicht - ohne dich?

So sage denn mir, dem Hafid, den du
so grausam verließest -
Sage ihm, der mit blicklosen Augen umhergeht,
was soll ich beginnen - ohne dich?


Afganisches  Liebeslied (Äabd-Ul-Hamid)

 

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Literatur: Der Völker Liebesgarten Leipzig Verlag Julius Zeitler 1909
(Gesammelt und herausgegeben von Paul Seliger)
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