Facebook – die leise Gefahr für die Beziehung

Die zwei Seiten einer Medallie

Zugegeben, Facebook ist schon praktisch. Man kann sich mit all seinen Freunden, Bekannten und Kollegen vernetzen, verpasst niemals irgendwelche Neuigkeiten, und ist mitten im Geschehen ohne seinen Schreibtisch verlassen zu müssen. Facebook kopiert die reale Welt, und packt sie in ein soziales Netzwerk.

Doch gibt es nicht nur Vorteile dieses sozialen Netzwerks und jede Medaille hat zwei Seiten.

Facebook zerstört Ehen

Was einerseits viele Vorteile bietet, weist auch eine ganze Menge Nachteile auf – besonders, was Partnerschaften betrifft. Eine Studie der amerikanischen Zeitschrift „Cyper-Psychology & Behavior Journal“ zeigt auf, dass bei 20% der 300 Teilnehmer die Eifersuchtsrate stieg, nachdem sie ihren Partner ausführlich auf Facebook durchleuchtet haben. Und die American Academy of Matriomonial Lawyers hat herausgefunden, dass heute sogar jede fünfte Scheidung auf Facebook zurückgeführt werden kann. Wie kann so etwas passieren? Sollte eine gesunde Beziehung Aktivitäten in der Onlinewelt nicht eigentlich aushalten können? Und sollten Partner, die einander vertrauen, nicht sowieso alles voneinander wissen?

Jein.
Wie wir wissen, agiert der Mensch selten vollkommen logisch und rational und losgelöst von Emotionen. Niemand kann sich davon lossagen, in die Eifersuchtsfalle zu tappen. Und was Eifersucht auslösen kann, muss nicht immer ein handfester Hinweis auf Untreue oder potentielle Untreue sein.

Beispiele

Ein paar Beispiele: Der Partner kommentiert und liked Beiträge und Fotos von Menschen des anderen Geschlechts. Vielleicht sind das User, die man persönlich nicht ausstehen kann, oder aber Personen, von denen uns unser Partner noch nie etwas erzählt hat. Vielleicht bekommt er auch liebe Kommentare auf seine Pinnwand geschrieben, die man als „flirty“ oder zweideutig interpretieren kann? Oder aber: Der Partner verreist oder verbringt mit seinen Freunden irgendwo einen tollen Abend, und fügt den nächsten Tag irgendwelche wildfremden und attraktiven Menschen zu seiner Freundesliste hinzu.

Selbstverständlich kann man in all diesen Situationen Ruhe bewahren, und sie ganz neutral und objektiv betrachten. Es ist ja nichts dabei … eigentlich. Aber taucht diese kleine flüsternde Stimme dann doch in unserem Kopf auf, und beginnt, uns misstrauisch zu machen, sind Streits und lange Diskussionen vorprogrammiert.

Facebook vergisst nichts. Ob Liebesbekenntnisse von Expartnern, anzügliche Kommentare unter anderen Fotos oder kleinen unbedarften Flirts: Alles kann von anderen eingesehen, und anschließend auf die Goldwaage gelegt werden. Man ist in der Lage, die komplette Kommunikation mit anderen Menschen zu überwachen und zu interpretieren. Nicht jeder kann damit umgehen.

Und lebt eine Beziehung nicht auch davon, dass man eben nicht alles über seinen Partner weiß? Dass man vertrauen muss, weil Kontrolle zu anstrengend (und bisher auch unmöglich) wäre?

Wie man seine Beziehung vor Facebook rettet

Natürlich muss jeder für sich allein entscheiden, wie er mit dem potentiellen Beziehungsproblem Facebook umgehen will. Wir empfehlen aber, mit seinem Freund oder seiner Freundin zu besprechen, wie man das Thema zukünftig handhaben will, und dabei auch mögliche kritische Situation zu beleuchten. Folgende Optionen bieten sich dabei vielleicht an:

  1. Den Partner nicht auf die Liste aufnehmen: Denkt daran, ihr führt eine Beziehung im echten Leben, und habt es nicht nötig, euch gegenseitig online zu überwachen.
  2. Informationen verbergen: Wenn man seinen Schatz aus repräsentativen Gründen doch in seine Liste mit aufnehmen will, kann man zumindest in den Privatsphäre-Einstellungen angeben, welche Informationen er oder sie sehen darf, und welche nicht. Da man hier aber auch mangelndes Vertrauen unterstellen könnte, wäre der dritte Punkt vielleicht die bessere Lösung
  3. Öffentlich-Privat: Man kann mit seinem Freund oder seiner Freundin vereinbaren, dass man Facebook nur minimalistisch verwendet, das heißt nicht jedes x-beliebige Foto oder jeden x-beliebigen Beitrag liked, die Pinnwand für Kommentare sperrt und Anliegen mit anderen per Persönliche Nachricht regelt.