In eine andere Person verliebt

Was ist wenn man sich in eine andere Person verliebt?

Niemand, auch Personen in einer glücklichen Partnerschaft, ist davor gefeit, sich in eine neue Person zu verlieben. Zwar kann davon ausgegangen werden, dass jemand in einer nicht zufriedenstellenden und unglücklichen Paarbeziehung eine höhere Wahrscheinlichkeit und Bereitschaft hat, sich für einen anderen Partner zu öffnen und sich zu verlieben, doch zeigt die Praxis, dass nicht nur diese Gruppe gefährdet ist, emotional von einer anderen Person in Bann gezogen zu werden. Sich zu verlieben kann beiden Partnern (auch ohne äußeren Grund) passieren. Eine andere attraktive Person bedeutet in | jedem Fall eine Versuchung und stimulierende Abwechslung, die in aller Regel aufgrund der Neuartigkeit und Unbekanntheit mit erotischer, emotionaler oder intellektueller Angezogenheit, Begehren und Faszination einhergeht.

Neues hat immer einen höheren Attraktionswert als etwas Bekanntes und Gewohntes und eine erheblich Anziehungskraft, weckt Neugierde und Interesse und löst Orientierungsreaktionen aus, die zur Erkundung anregen. Zudem kann eine andere Person neue Saiten beim Verliebten zum Klingen bringen, die der bisherige Partner/die bisherige Partnerin nicht stimuliert hat, die man neu an sich entdeckt und als wertvoll und bereichernd erlebt und die den Selbstwert steigern können.

Das Prickelnde Gefühl

Häufig ist es für Personen in einer langjährigen Partnerschaft zudem belebend und berauschend, wieder dieses prickelnde Gefühl der Verliebtheit zu spüren, das gegenüber dem Partner/der Partnerin inzwischen einem diffusen Grundgefühl der Verbundenheit und des Vertrauens, der Verpflichtung und Treue gewichen ist und an vergangene Zeiten erinnert. Sich zu verlieben ist etwas Schönes (wenn es immer wieder beim eigenen Partner gelingt, dann umso besser) und sollte primär nicht verdrängt oder negativ bewertet werden. Dieses Gefühl zu unterdrücken ist häufig schwierig und nicht ratsam.

Ob die Verliebtheit in eine andere Person zur Bedrohung für die aktuelle Beziehung wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen von der Dauer dieser Angezogenheit und Verliebtheit (je länger sie dauert, desto kritischer wird sie), ihrer Intensität und Qualität, den Reaktionen des Verliebten und des neuen Partners/der neuen Partnerin sowie im besonderen von der Bereitschaft des neu verliebten Partners, seine/ihre aktuelle Beziehung für die neue Verbindung aufs Spiel zu setzen. Weiter ist von Bedeutung, ob der aktuelle Partner von dieser neuen Verbindung etwas erfahrt. Wird die Verliebtheit auch physisch gelebt und kommt eine sexuelle Komponente ins Spiel, erfolgt ein fließender Übergang von Verliebtheit in Untreue, womit all die Schwierigkeiten beginnen, mit denen eine Außenbeziehung eine Partnerschaft konfrontiert.