Wie wichtig ist die Ähnlichkeit der Partner?
„Gleich und gleich gesellt sich gern“ besagt ein altes Sprichwort und meint damit, dass es günstiger sei, wenn sich Partner, die den Bund des Lebens eingehen, einander eher ähnlich sind. Dieser Position widerspricht eine andere Volksweisheit, die eher Gegensätzlichkeiten als günstig propagiert („Gegensätze ziehen sich an“) und meint, dass Unterschiede zwischen den Partnern das Leben würziger und die Beziehung spannender mache.
Was sagt die Forschung
Was sagt die Forschung zu diesen beiden Ansichten: Ist es eher günstig für die Partnerschaftsqualität und -Stabilität, wenn die Partner ähnlich oder wenn sie unterschiedlich sind?
Aus der Sicht der Forschung ist eindeutig, welche Position Recht hat. Eine Reihe von internationalen Studien belegt eindrücklich, dass die Ähnlichkeit der beiden Partner von Vorteil ist und mit einer höheren Partnerschaftszufriedenheit und einem günstigeren Verlauf der Beziehung einhergeht. Eine größere Übereinstimmung zwischen den Partnern wird heute generell als günstig für die Partnerschaftsqualität angesehen, während größere Unterschiede mit einem höheren Scheidungsrisiko assoziiert sind (Bentler & Newcomb (1978); Deal et al., (1992); White & Hatcher (1984)).
Die Ähnlichkeit zwischen den Partnern ist dabei vor allem bezüglich wichtiger Werte, Normen, Wünsche, Ziele und Einstellungen relevant, wobei insgesamt das Ungleichgewicht zwischen den beiden Partnern nicht zu groß sein sollte (so lässt sich beispielsweise ein unattraktives Aussehen mit einem hohen Status kompensieren, wenn jedoch der eine Partner sehr attraktiv ist und der andere weder sozial, intellektuell, materiell noch gesellschaftlich etwas zu bieten hat, fällt die Bilanz negativ aus). Als wenig aussagekräftig haben sich dagegen Unterschiede bezüglich der Religionszugehörigkeit und des Alters erwiesen.
Ähnlichkeit & Partnerschaftsqualität
In einer neueren Untersuchung konnte gezeigt werden (Madarasz (2001)), dass die subjektive Einschätzung der Ähnlichkeit bezüglich verschiedener Persönlichkeitsaspekte (physische Attraktivität, sexuelle Wünsche und Bedürfnisse, intellektuelle Ausrichtung, soziale Gesinnung etc.) mit der Stärke der Liebe zu Beginn der Partnerschaft zusammenhing. Je größer die Ähnlichkeit zwischen den Partnern bezüglich Charaktereigenschaften und Werten war, desto später dachten sie an eine Scheidung.




