Hallo Lydi,
nette Idee, dieser Thread.
Meiner Meinung nach liegt es an einem ganz alleine, wie unglücklich oder glücklich man in einer Beziehung ist. Lassen wir mal Depression als Grund für Unglücklichsein außen vor, ok?
Ist man mit sich selbst nicht im Reinen und liebt man sich selbst nicht - wie soll man dann von jemand anderem geliebt werden? D.h. dass das oft dann der Grund ist, warum man sich auf so halbscheidige Dinge einlässt. Wenn wir nämlich, wie früher, viel mehr auf unser Bauchgefühl hören würden, dann hörten wir nämlich auch die Alarmglocken schrillen. Wenn du mal im Nachhinein deine ganzen Geschichtchen überdenkst, dann wirst du oft zu dem Ergebnis kommen, dass du eigentlich wusstest, dass das nichts Festes werden kann.
Zumindest war mir das oft klar, aber das waren dann auch mehr oder weniger so 3-4 wöchige Affären und that's it. Also unglücklich war ich in dem Sinn nicht. Doch ich hab mich danach dann trotzdem oft gefragt, warum ich mich eigentlich auf sowas eingelassen hab, denn mich hat es nicht weitergebracht und ja.
Gut, kann man unter postpubertäre Dummheiten oder so vielleicht auch abstempeln.
Doch wenn man weiß, wer man ist und was man will, dann sollte man auch zu dem stehen. Und man sollte offen und ehrlich ganz zu Beginn einer Beziehung für sich entscheiden: kann das so gut gehen oder nicht?
Will heißen: ich sagte - wenn es für mich den Anschein nach etwas Festerem hatte und da hab ich mich auch selten getäuscht - gleich am Anfang einer Beziehung, dass ich keine (leiblichen) Kinder will. Damit spielte ich meinem Gegenüber den Ball zu, ob er sich mit mir einlassen will oder nicht. Denn in dieser Beziehung gibt es nun mal keinen Kompromiss. Soll man etwa ein halbes Kind nur haben? Eben, funktioniert nicht.
Natürlich darf man sowas auch nicht ad absurdum führen, denn wenn man mit jedem Charakterzug so hart ins Gericht zieht, dann steht man wohl immer alleine da. Jeder von uns hat doch Macken und Charaktereigenschaften, die uns vielleicht gerade für andere interessant machen, bei anderen Dingen muss man sich wohl arrangieren. Da kann ich dir jetzt eigentlich auch nur ein kleines Beispiel geben, aber ich denke, das ist von Paar zu Paar verschieden. Wenn ich z.B. koche, dann bin ich organisiert, während der Reis kocht, schnibble ich Gemüse usw usw. Wenn mein Partner kocht, dann braucht der ne haaalbe Ewigkeit. Da verdrehe ich dann auch schon manchmal die Augen und frage mich, wie lang man denn für Spaghetti mit Garnelen brauchen kann. Großen Hunger darf ich da nicht haben. Aber ist halt so. Und irgendwie finde ich es dann schon wieder süß, wenn er quasi Nudel für Nudel aufm Teller dekoriert usw usw. Verstehst du, was ich meine? Das ist normal und gibt es in jeder Beziehung und man kann trotzdem wie yin und yang sein.
Aber wenn du in der Regel unglücklich bist, musst du erst einmal Innenschau betreiben, warum das denn so ist.
Was sind deine Bedürfnisse, was sind seine?
Und natürlich das A und O in einer Beziehung: Reden. Bedürfnisse, Wünsche äußern, denn mit Telekinese und Telepathie haut das bei den meisten von uns nicht so hin.
Ja, und dann ist jede Beziehung Arbeit, wie ein Pflänzchen, das man gießen muss. "Trotz" Liebe gibt es immer Höhen und Tiefen im Leben, du wirst nie den Mädchentraum einer "Barbie&Ken"-Beziehung finden, wo es nie Probleme gibt. Das ist nun mal das Leben. Doch das Schöne ist, dass man als Mensch, als Paar auch an sowas wachsen kann. Dass das die Liebe stärkt.
Wer immer nur vor Problemen wegläuft, wird mit niemandem glücklich werden.
d.