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Donnerstag, 8. September 2011, 20:41

Depressiv in der Beziehung? Ist das normal?

Hallöchen ihr :)

Ich bin ganz neu hier auf dem Forum und kenn' mich daher noch nicht so aus, tut mir also Leid, falls ich irgendwelche Fehler mache oder so!

Naja, nun zu meinem Problem: Seit nun gerade mal 4 bescheidenen Monaten bin ich in einer festen Beziehung mit einem wirklich guten (so scheint es mir zumindest) Kerl. Für uns beide handelt es sich dabei um die erste Beziehung, wir haben also noch nicht allzu grosse Erfahrung mit einer Partnerschaft (bzw. gar keine...). Er bemühte sich stets um mich und tut so einiges, damit ich mich gut fühl'.

Nun, klingt als wäre alles okay. Naja, für ihn läuft auch alles so, wie es sein sollte, er ist glücklich und vertraut mir sehr (so sagte er). Das Problem bei der Sache ist nur, dass ich aus irgendeinem Grund ganz und gar nicht zufrieden bin. Im Gegenteil: seit ich mit ihm zusammen bin, seit 4 Monaten also, fühle ich mich absolut furchtbar. Ich weine praktisch jeden Tag, sobald ich von der Schule nach Hause komme, verbarrikadiere ich mich für den Rest des Tages in meinem Zimmer und gehe nur raus, um aufs Klo zu gehen... Ausserdem habe ich kaum Appetit, ich esse nur, weil ich weiss dass es Zeit ist etwas zu essen. In der Nacht habe ich immer unschöne Albträume, wache manchmal weinend auf. Ich habe einfach ständig Angst!! Ich kann nicht genau sagen, wovor ich solche Angst habe, aber ich werde förmlich davon zerfressen...

Ihr werdet jetzt vielleicht denken, ja, klarer Fall, sie ist mit einem Typen zusammen, in den sie nicht wirklich verliebt ist/der sie schlecht behandelt. So ist es aber wirklich nicht. Er verhält sich eigentlich sehr gut und ich habe auch Gefühle für ihn, da bin ich mir sicher. Warum aber fühle ich mich denn so furchtbar?? Das kann doch nicht normal sein! Bitte helft mir, ich weiss nicht mehr, was ich noch tun soll... ;(

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Donnerstag, 8. September 2011, 20:46

aber um Verlustängste handelt es sich bei dir ganz bestimmt nicht oder? Ich bin selbst depressiv und meine Partnerin ist es auch. Ich kenne das Gefühl einfach nur heulen zu wollen, aus unerfindlichem Grund. Ich denke das eine Therapie dagegen wohl mit eines der besten Konzepte ist. Obwohl ich mich auch noch nicht durchringen konnte. Ich weiss nicht mal ob wir uns gegenseitig depressiv machen und ob es uns besser gehen würde, wenn wir getrennt leben würden.

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Donnerstag, 8. September 2011, 21:21

Hallo Seelenruf :)

Dankeschön für deine Antwort.

Ich weiss nicht so genau, ob das Verlustängste sind... denn eigentlich gibt es doch absolut keinen Grund dazu (aber ich denke, das ist wohl kein grosses Hindernis...). Ja, eine Therapie würde bestimmt weiter helfen. Ich war früher bereits fast 10 Jahre in Behandlung, da ich ähnliche "Symptome" wie jetzt aufwies. Vermutlich wäre ich noch heute in Behandlung, doch leider wird meine Therapie nicht mehr finanziert (mit der Begründung, es wäre kaum Besserung zu beobachten) und aus eigener Tasche kann ich das leider nicht bezahlen. :(

Meine Familie macht die ganze Sache leider auch nicht wirklich besser... meine Schwester wirft mir vor, ich würde diese Ängste bloss simulieren und ich wäre eine elende Heulsuse, die nur nach Aufmerksamkeit strebt. Meinem Freund unterstellt sie, er wäre sowieso nur auf meinen Körper aus und interessiere sich nicht wirklich für mich. "Du wirst sehen, schon bald wirst du ihm langweilig und er verlässt dich!", so ihre Worte. Meine Mutter ist selbst in Depressionen gefangen, ich kann sie also auch nicht um Hilfe bitten, sie würde mich sofort anschreien. Sie bezeichnet mich als unzufriedene und undankbares Gör, dem es immer schlecht geht und überempfindlich ist. Auch sie hält mich für eine Simulantin. "Immer dieses verdammte Theater, seit wir dich haben, gibt's nichts als Probleme!", höre ich von ihr des öfteren, wenn ich versuche mit ihr über meine Ängste zu sprechen. Mein Vater hört mir gar nicht erst zu... Mit meinem Freund kann ich schon eher darüber sprechen, allerdings möchte ich ihn nicht mit diesen Problemen belästigen, er würde sich vermutlich die Schuld daran geben oder glauben, ich hätte vielleicht keine richtigen Gefühle für ihn.

Ich weiss, dass es Menschen auf dieser Welt gibt, denen es wirklich sehr viel schlechter geht als mir und ich daher eigentlich überhaupt kein Recht habe, derart rumzujammern... ich möchte doch niemanden damit belästigen, aber es ist so schwer, es einfach in sich hinein zu fressen.

Es tut mir Leid, dass du selbst unter solchen Gefühlen und Ängsten zu leiden hast... :( Ich wünsche dir alles Gute.

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Samstag, 10. September 2011, 16:10

hallo liebes Nudelsüppchen,

ich will dir nur sagen das ich es in etwa nachempfinden kann, wenn die eigene Familie nicht hinter einem steht. Das was du hier aber schreibst klingt alles andere als nach unkomplizierten Verhältnissen. Lass dir bloss von niemandem so einen Unsinn auf die Nase binden, das du nur simulieren würdest. Wenn es so wäre hättest du niemals eine zehnjährige Behandlungsphase gehabt. Das deine Krankenkasse es nun nicht mehr übernimmt, das tut mir einfach nur leid. Aber weisst du was ich glaube? Viele deiner Gründe für deine Depression, stammen unmittelbar aus deiner Familie und das tastet bis in deine Beziehung hinein.

Also "Heulsuse" zählt unter normalen Umständen als Beleidigung, in deinem Fall empfinde ich es aber schwerwiegender. Wenn Dein Freund nur an Deinem Körper interessiert wäre, (wie behauptet wurde..) dann hätte er dich vermutlich schon längst verlassen, meinst du nicht? Und deiner Mutter würde aus meiner Sicht ein Maulkorb gut tun, damit sie nicht mehr wild um sich beisst. Sie sollte ihre Probleme wirklich nicht an dir auslassen!

Und insbesondere dann nicht, wenn du gerade am Boden bist. Das ist doch keine Art. Wäre sie dein Kind würdest du sie mit Sicherheit nicht so behandeln. Depressionen gehören aber in Profi-Hände. Es kann ja nicht angehen, dass es dir so schlecht geht und du keine Hilfe bekommst. Ich denke da wirst du noch etwas dran machen können, oder? Da gibt es doch sicher noch einen Weg den du gehen kannst um doch noch an eine Therapie zu kommen.

Übrigens Danke das du mit mir mitfühlst, ich finde das sehr lieb. Mir geht es schon etwas besser, es hat sich auch einiges verändert in meinem Leben und geschadet hat es nicht.:)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Seelenruf« (10. September 2011, 16:23)


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