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Dienstag, 18. Januar 2011, 12:12

Liebe - wenn man jemand anderen begehrt

Hallo liebe Forumsgemeinde,


ich habe auch schon im Tag "Sehnsucht" gepostet, aber hier passt mein Thema eigentlich viel besser rein (entschuldigung, wenn ich mich also wiederhole). Ich hoffe, vielleicht Gleichgesinnte zu finden, mit denen ich mein Problem besprechen kann. Kurz zusammengefasst: Ich habe eine aufrichtig schöne Beziehung, aber ich bin - und war von Anfang an - in einen anderen verliebt. Und es frisst mich innerlich auf.

Mein Freund und ich sind an sich sehr glücklich, wir leben seit drei Jahren zusammen, Gespräche, Intellekt, Sex, alles ist gut. Er ist meine erste richtige dauerhafte Beziehung. Er sagt, ich sei seine Traumfrau und er gibt unseren zukünftigen Kindern schon Namen. Ich liebe ihn und tue aufrichtig alles für ihn, aber mein Herz macht keinen Sprung wenn ich ihn sehe - das tut es bei jemand anderem.

Als ich mit meinem Freund zusammengekommen bin, vor 4 1/2 Jahren, hatte ich gerade ein riesiges Drama hinter mir. Damals war ich 23 und hatte mich mit einem Arbeitskollegen eingelassen, von dem ich von Anfang an wusste, dass er eine Freundin hatte. Noch bevor irgendwas lief hatte er mir offen angeboten, seine Affäre zu sein, weshalb ich ihn zunächst zum Teufel geschickt habe. Inkonsequent wie ich war, ging die Sache später aber weiter und um es kurz zu machen: Wir haben einige male heftig geknutscht, mehr nicht. Aber das war auch nicht nötig: Mir ist in meinem ganzen Leben nichts intensiveres und erotischeres passiert als diese paar Momente mit ihm. Und ich habe ihn und diese Momente ständig in meinem Kopf. Was seine Persönlichkeit angeht, kann ich ihn getrost als kleines Arschloch bezeichnen: Er steigt jedem Rock nach, lügt für seinen eigenen Vorteil, hat kein Problem damit, zweigleisig zu fahren. kurz - er ist niemand, mit dem Frau eigentlich zusammen sein wollen würde. wäre er nicht so sexy.

Und das ist die Krux - ob beim Einschlafen, beim Amerika-Urlaub, beim Fernsehen, oder jetzt - es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke. Die Geschichte ist jetzt gut fünf Jahre her und ich weiß nicht, wie ich das abstellen kann. Ich habe mal gelesen, dass es erst vorbei ist, wenn es keine Hoffnung mehr gibt. Nur wann ist das?!

Ich habe mich nie wieder mit ihm getroffen, seit meine Beziehung begonnen hat. Ich habe "Loslassbriefe" geschrieben für mich selbst, habe versucht, das ganze abzuhaken. Doch ich habe das Gefühl, es wird eher schlimmer als besser.

Weil ich zuvor von Hoffnung sprach: es gibt zwischendurch manchmal Momente, die die Hoffnung nähren. Er lud mich etwa kürzlich zu seiner Geburtstagsfeier ein, ich ging natürlich nicht hin, aber ich freute mich wie eine Schneekönigin, dass er mich sehen wollte. Bei der Weihnachtsfeier hakte er sich zu später Stunde bei mir unter und wollte meine Hand nehmen. Ich zuckte natürlich zurück und ging nach Hause, aber der Gedanke, was passieren hätte können, ist ständig da. Wir haben dieses "Machtspielchen" irgendwie bis heute überliefert, jeder zeigt dem anderen immer mal wieder die kalte Schulter aber eigentlich mögen wir uns.

Liebe Community, ich würde mich sehr freuen von jemandem zu lesen, der eine ähnliche Erfahrung gemacht hat und seine Situation vielleicht sogar lösen konnte. Ich fühle mich so unglaublich undankbar meinem Freund gegenüber und das Problem lastet zunehmend auf meiner Seele. Ich hatte sogar schon mal einen Tinnitus - psychischer Stress. Manchmal kommt mir in den Sinn, ob es nicht besser wäre, es endlich hinter mich zu bringen und "tatsächlich" was mit dem anderen Mann anzufangen - vielleicht ist das das einzige, was ihn und unsere Nicht-Affäre entzaubern kann? Aber diesen Gedanken schiebe ich dann schnell wieder zur Seite - damit wäre meine Beziehung zu Ende, dessen bin ich mir sicher (man sieht mir jede lüge an der nase an)

Alles Liebe,
MissUndankbar

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