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Sonntag, 16. Januar 2011, 16:01

Rechtfertigt ein volles Jahr Scheißehe die Trennung?

Hallo,

ich muss einfach mal irgendwo mein Leid ablassen, zumal ich auch vor einer schweren Entscheigung stehe.
Der Punkt ist, wie ja schon die Überschrift sagt, dass meine Ehe einfach monstermäßig suckt. Vermutlich war das ganze auch zu schnell angefangen, wir sind irgendwie in die Ehe gerutscht, auch aus äußerlichen Umständen, weil wir aus verschiedenen Ländern kommen und das einfach unsere Beziehung wesentlich erleichtert hat. Ich kannte meine jetzige Frau zu dem Zeitpunkt noch nicht so lange und wir haben auch zuvor nur monatsweise zusammengelebt.
Das lustige ist, dass wir zu Anfang auf richtig kleinem Raum und in einer WG gewohnt haben. Vor knapp einem Jahr sind wir dann in eine schöne Wohnung umgezogen, mehr Platz, sogar mehr als ein Zimmer *g*, und ich dachte, dass es stressmäßig nun besser werden würde, als in der alten Umgebung. Stattdessen wurde aber alles einfach nur scheiße.

Ich arbeite viel von daheim aus, und meine Frau scheint das zu hassen. Sie behauptet, ich würde sie ignorieren, ich brauche aber leider Konzentration, und ja, ich ignoriere dann alles um mich, aber das ist nicht als Beleidigung gemeint, und heißt auch nicht, dass ich sie nicht wertschätze. Andererseits ist meine Frau alles andere als eine leise Person, was ich teilweise wieder hasse. Insbesondere, wenn sie Sachen die ich hasse super laut anhören muss.
Das ist vielleicht schon ein Zeichen dass etwas zwischen uns nicht stimmt, es gibt einfach viele Sachen, die sie liebt, ich aber abgrundtief hasse. Andersrum gilt das vermutlich genauso, insbesondere im Bereich Humor scheint unsere Schnittmenge eher klein zu sein. Ich kann mich gut an ausdruckslose "bist du dumm?"-Augen erinnern, wenn ich versucht habe, ihr etwas nahezubringen, was ich lustig finde. (Wobei ich gerne trockenen und subtilen Humor oder Satire mag, was so gar nicht ihr Ding ist). Andererseits steht sie auf "Celebrities" und ähnliches, und kümmert sich um sad-sobbing Einzelpersonengeschichten wie Fipsi der seinem Herrchen entlaufen ist, oder Barry der so tapfer ist, dass er trotz seines verlorenen linken Beines noch seine Bar in South Dakota betreibt (jetzt mal richtig übertrieben ausgedrückt, aber das trifft schon den Kern der Sache). Ich hasse solche Sachen einfach, unverifizierbar, einfach zu faken und zu manipulieren, und absolut unverbunden zu irgendeinem Teil der Weltgeschichte oder meinem eigenen Leben.
Ich schweife wohl ab, der Punkt ist, dass wir uns schon seit geraumer Zeit im Klaren darüber sind, dass etwas in unserer Ehe nicht stimmt. Unser Sexleben hat seit geraumer Zeit eine kleiner gleich 1 mal pro Monat Rate. Ich habe keine Lust mehr, ihr überhaupt meine Sexualität zu zeigen, da ich nicht zurückgewiesen werden will, und ich sie außerdem als verletztend empfinde.
Wenn wir dann über unsere Probleme reden, wirft sie mir vor, dass wir eh nichts daran ändern und nur wieder so tun, als wäre alles okay, bis zum nächsten Streit. Was wohl stimmt, aber ich weiß auch nicht wirklich, was wir ändern können. Sie sagt, sie fühlt sich absolut nicht mehr zu mir hingezogen, weil zu viele Dinge schon unterbewusst verkackt sind. Ich habe viel über Trennung nachgedacht, in diesem letzten Jahr, aber da wir ja verheiratet sind, wollte ich es immer versuchen, die Probleme zu lösen, wollte nicht aufgeben. Außerdem wollte ich es nicht wahrhaben, dass alles so schnell in Trümmern liegen könnte (ich schäme mich auch etwas dafür, dass ich nach nicht mal ganz 2 Jahren schon so eine verfahrene Ehe haben kann, gibt mir das Gefühl total inkompetent zu sein)
Auf alle Fälle hat sie letzten Sommer angefangen, einfach immer weg zu sein, ständig mit ihren Freunden zu trinken, täglich bekifft zu sein, und auch härtere Drogen zu nehmen. Das zog sich über Monate und ich habe sehr darunter gelitten, auch weil ich vermutete, dass sie vielleicht fremdging (was ich nun aber nicht mehr tue), und ich mich i.A. über ihren ungesunden Lebensstil gesorgt habe. Irgendwann bin ich dann richtig ausgetickt, hab ihr einen bösen Brief geschrieben, was sie mir antut, etc., und danach hat sie aufgehört und ist wieder zuhause gewesen. Sie hat auch immer viele Probleme, z.B. emotionale Probleme oder eben Drogenprobleme, ist eigentlich ständig am versuchen, gesund zu leben und wieder rückfällig zu werden.
Das macht meine Lage noch schwerer, ich will nicht meinen Rücken jemandem zukehren, der mich braucht, und für mich ist Ehe nicht "jetzt kommt grad Gegenwind, dann trennen wir uns lieber", aber ich habe das Gefühl, dass ich nicht mehr lange kann. Ich war noch nie über so lange Zeit so unglücklich in meinem Leben, und oft hat sie mir emotional sehr weh getan. Abgesehen davon weiß ich nicht, was sie tut, wenn wir uns wirklich trennen würden, ich würde es nicht für unmöglich halten, dass sie sich in der Situation vielleicht sogar versucht, das Leben zu nehmen (das ist auch in Bezug auf ihre Vergangenheit ganz und gar nicht ausgeschlossen) :(
Auf alle Fälle hat es vor zwei Tagen mal wieder richtig gekracht, hauptsächlich, weil sie mich nicht schlafen lassen hat, mein Schlafrhythmus ist in etwas von 4 bis 12, ab 10:15 ist sie dann immer laut ins Schlafzimmer gekommen, entweder mit einer Forderung, oder um etwas zu holen, dabei knallt sie aber Türen, kruscht laut rum, also alles etwas was ich als extrem rücksichtslos empfinde. Naja, da ich nicht gerne müde bin, und ich den Luxus hatte, hab ich einfach den Wecker abgestellt, und bin dann natürlich erst gegen 2 aufgewacht. War also dementsprechend schlecht gelaunt, insbesondere weil ich sie so rücksichtslos empfunden habe (sie behauptet, ich solle halt nicht den halben Tag verschlafen, aber ich sehe nicht, dass sie das Recht hat, zu entscheiden, wann ich schlafen darf und wann nicht). Als ich mich dann darüber beschwert habe, und behauptet habe, wegen ihr habe ich nun so lange schlafen müssen, ist sie total ausgetickt, hat mir Sachen ins Gesicht geworfen, dass ich ein "kleines Stück Scheiße" wäre, das seinen "faulen Arsch" nicht aus dem Bett kriegt, und nun sie dafür verantwortlich machen will. Sie redet immer von Respekt, wie wichtig das wäre. Andererseits beschimpft sie mich halt so wüst, ich glaube in meinem Leben hat mich noch nie jemand so beleidigt, wie sie.
Nachdem ich sie dann erstmal aus Wut ignoriert habe, hat sie gestern Abend dann angefangen, zu reden, aber nicht um sich zu entschuldigen, sondern nur um mir mal wieder zu sagen, wie scheiße unsere Ehe ist, dass sie nicht die geringste Anziehung zu mir verspürt, dass ich langweilig wäre (weil ich so viel in mich versunken sitze und arbeite), etc. Was vermutlich auch stimmt im Moment, aber auch daran liegt, dass es kaum etwas gibt, was ich mir mit ihr vorstellen könnte. Meistens habe ich mich gebeugt und Dinge mit ihr getan, die ihr gefielen, damit wir überhaupt etwas gemacht haben. Zu dem kommt, dass sie keine Lust hat meine Freunde zu sehen, und andererseits auch nicht will, dass ich ihre Freunde sehe, weil ich immer die falschen Dinge vor ihren Freunden sagen würde, welche sie bloßstellen. (was ich nie so sah, aber sie ist sehr empfindlich in dem Bereich, Dinge vor anderen zu verbergen)
Auf alle Fälle hat sie noch weiter gesagt, dass unsere Beziehung sowieso nicht mehr besser wird, dass sie nur wegen der Stabilität und der Bequemheit mit mir zusammen ist. Dass wir einfach noch ein oder zwei Jahre in dieser lieblosen Ehe weiterleben sollten, bis sie genug Geld gespart hat, um ein neues Leben anzufangen, und dann würden wir unsere eigenen Wege gehen.
Hinterher hat sie gesagt, von jetzt an würden wir wieder so wie immer tun, als ob nichts wäre.
Allerdings hat das diesmal für mich einen Punkt überschritten, bisher habe ich immer gehofft, die Dinge würden wieder besser werden, aber nach den letzten zwei Tagen habe ich eigentlich aufgegeben, insbesondere nach diesem Gespräch gestern Abend. Ich empfinde sie auch als extrem unsensibel und gemein. Und ich habe das Gefühl, dass sie mich ausnutzt, weil es bequem ist, mich zu haben, der sich um die meisten Dinge unseres Lebens kümmert (von Krankenversicherung bis hin zu ihre Arzttermine ausmachen, kochen, Bürokratie, etc.)
Ich glaube mittlerweile habe ich jeglichen Selbstrespekt verloren, einfach weil ich immernoch in dieser Ehe bin, und mir Dinge wie die letzten zwei Tage ins Gesicht sagen lassen muss. Fühle mich auch ausgenutzt und nicht wertgeschätzt. Ich dachte immer, dass niemand auf Dauer nimmt ohne zu geben, dass ich zumindest für die Dinge die ich tue Respekt bekommen würde, oder Wertschätzung, allerdings fühle ich nichts von dem, und bin auch sehr sicher, dass nichts von dem da ist.
Ich glaube ich habe mich verändert, in dieser Ehe, fühle mich innerlich toter denn je, zurückgezogen. Ich mache kaum noch etwas mit Freunden, aber ich habe auch kein Bedürfnis mehr dazu. Ich habe für nichts mehr ein Bedürfnis, außer versunken mich mit meiner Arbeit zu beschäftigen. Insofern hat meine Frau in dem Punkt wohl recht. Aber ich kann es nicht wirklich ändern, wie ich mich im Moment fühle, es scheint einfach keinen Weg hier raus zu geben und ich fühle mich, als würde ich ersticken.
Darum habe ich mir überlegt, ob wir uns trennen sollen. Es ist seit etwa 10 Monaten richtig scheiße, aber noch länger nicht mehr richtig gut.
Es ist nur so schwer, zu sagen ob man zu früh aufgibt, ob man nicht mehr kämpfen solle, schließlich ist es ja eine Ehe, und man hat einen Eid geleistet. Ich nehme das schon ernst, aber ich sehe von ihrer Seite auch nicht viel, und ich empfinde sie als so unsensibel und rücksichtslos, die Dinge die sie mir ins Gesicht schmeißt, sich immer zu beschweren, aber selber auch nicht besser zu sein, auch keinen Schritt zu machen, auch nicht spontan zu sein.
Ich würde einfach gerne ein paar Gedanken hierzu hören, falls jemand diesen übel langen Beitrag tatsächlich bis zum Ende gelesen hat ;)
Ich will mich einfach nicht selbst verlieren, aber ich habe das Gefühl genau das passiert, wenn ich länger in dieser Ehe hier bleibe :(

Teufelchen

unregistriert

2

Montag, 17. Januar 2011, 04:54

Hallo weirdo,

Herzlich Willkommen hier bei uns!



Sicher möchte man auf immer und ewig zusammen leben, wenn man sich für die Ehe entscheidet.Aber das heißt nicht, daß man in einer Ehe sich selbst aufgeben muß und für den rest des Lebens unglücklich Leben muß.

Ich denke mal, würde ich Deine Frau hören, wie sie über eure Ehe denkt, könnte sie bestimmt genauso viele Dinge aufzählen wie Du. :wacko:

Ihr habt euch in der kurzen Zeit sehr weit voneinander entfernt.Sie sagt sogar selbst, daß sie Dich nicht mehr anziehend findet.Ihr seit absolut verschieden und das erschwert das ganze.Sicher sagt man, daß sich Gegensätze anziehen aber das trifft wohl auf euch nicht zu.

Ich denke auch, daß es bei euch kein zusammenfinden mehr gibt.Eine Trennung wird unumgänglich.Und um mehr leid zu vermeiden sollte dies auch bald geschehen.Sicher ist das ein schwerer Schritt aber anders ist es bei euch nicht möglich.Und jeder von euch hat so die Chance glücklich zu werden.

Ganz liebe Grüße

Erzengel

Anfänger

Beiträge: 16

Wohnort: Nittendorf

Beruf: Frisörin

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3

Montag, 17. Januar 2011, 18:53

Hallo Weirdo
Ich habe deine Geschicht gelesen. Mir ist aufgefallen das kein Wort von Liebe die Rede ist. Du sagst das du viel zu schnell in diese Ehe gekommen bist. Frage warum hast du sie geheiratet. Ihr habt zu wenig mit ein ander. Dann noch die Sache mit den Drogen.
Frage dich selbst was eure Ehe noch zusammen hält??? Was dich glücklich macht???
Kann dir nicht sagen das du dich trennen sollst,- aber denke darüber nach was du vom Leben erwartest!!!!
Ich wünsche dir viel Glück!!!
Der Liebe zu begegnen ohne sie zu suchen, ist der einzigste Weg sie zu finden!!!
LG Erzengel

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