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21

Mittwoch, 6. Januar 2010, 19:49

Hi core,

schön wenn es Dir ein wenig als Gedankenanstoss helfen würd.
Natürlich nicht nur gutes aber sollte man(n) nie die Hoffnung aufgeben.

Am Ende ist immer alles was uns bleibt unser Lächeln und unser Stolz.
Mancher hinterläßt eine Lücke, die ihn ersetzt.
(Pearl S. Buck)

chris1

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22

Donnerstag, 7. Januar 2010, 07:48

Liebe, Liebeskummer und Loslassen.

Hallo allerseits:)

bei all der - wenn man so sagen darf - positiven Energie, die vom Text der Threaderstellerin ausgeht, bekommt man schnell ein schlechtes Gewissen, wenn sich bezüglich einiger Punkte Widerspruch anmeldet.
Mir ist zwar klar, dass der Vorschlag zur mentalen Loslösung von der unglücklichen Liebe nur ein Hilfsmittel darstellen soll, um sich mit Dingen zu beschäftigen, die das Leben neben den Niederlagen sonst noch zu bieten hat.
Das ist auch gut und richtig - dennoch würde ich nicht so weit gehen, jemandem abzusprechen, dass es "wahre" Liebe sei, wenn sein Gegenüber, auf den diese Liebe bezogen ist, nicht dasselbe empfindet. Wir empfinden ohnehin, da wir unterschiedlich sind (hoffentlich), nie ein und dasselbe gemeinsam, auch wenn uns die Sprache etwas Identisches vorgaukelt - es sind, selbst wenn zwei sich wirklich glücklich lieben, niemals "identische" Empfindungen, obgleich sie sich in sehr ähnlichen Verhaltensweisen äußern können.

Aber für die Praxis ist auch nicht entscheident, ob beide genau dasselbe füreinander empfinden, sondern nur, dass ein jeder seine unterschiedlichen Glücksvorstellungen und -empfindungen (in welcher Weise auch immer) vom jeweils anderen weitestgehend befriedigt weiß.

Für das Zustandekommen einer "wahren" Liebe ist es absolut ausreichend, dass einer der beiden die Gewissheit spürt: bei dem anderen Menschen fühle ich mich vollkommen wohl und vollkommen unwohl, sobald dieser meine Nähe nicht mehr will.

Letzteres wäre zwar alles andere als eine erfüllte Liebe (im Sinne von Glück), auch ist sie physisch nicht auslebbar - dennoch ist Liebe natürlich mehr als nur eine physische Angelegenheit.
Und wer sagt denn, dass Liebe, um wahr zu sein, glücklich und erfüllt sein muss?
Ob sie erfüllt ist oder nicht, tut der Wahrheit des Gefühls keinen Abbruch, allenfalls der Liebe zur Liebe ! ;-)
Und das auch nicht ganz zu unrecht: Wir treten nämlich so voller Harmonie-Erwartungen an die Liebe heran, idealisieren und romantisieren sie (nicht nur in den Medien bis ins Unermessliche) als Hort höchsten Glücks auf Erden - das kann sie sicherlich punktuell und temporär sein, allerdings wäre es reichlich anachronistisch und verblendet, um nicht zu sagen: philisterhaft-primitiv, der Liebe ihre hässlichsten Seiten abzusprechen, ihre gesellschaftliche Praxis also, wie sie in gescheiterten Existenzen und Lebensentwürfen sich widerspiegelt, in den One-Minute-Turbodating-Flirtagenturen, dem Perfektionismus in der Partnerwahl, dem nur noch Models, Musik- und Filmstars gerade so genügen können.

Wie soll man sich selbst lieben, wenn wir von Vornherein signalisiert bekommen, dass wir nur etwas wert seien, wenn wir dem gesellschaftlichen Ideal an Erfolg und Schönheit entsprechen, nach dem insgeheim jeder eifert???
Wie soll man jemandem glaubhaft, ohne Heuchelei, vermitteln, dass er, der 200 Kg auf die Waage bringt, eine Glatze hat, Narben auf der Haut, kein Geld, kein Ansehen, jede Menge Abfuhren - wie soll man dem glaubwürdig vermitteln, dass er für sich liebenswürdig ist, wenn er es für die überwiegende Mehrheit nicht ist - im Gegenteil, sie mit Ekel und Abscheu auf ihn reagieren? DAS ist die Kehrseite der Liebesmedaille und betrifft Millionen Leute in unterschiedlichen Variationen.
Ich weiß, dass es ohne Selbstachtung nicht geht, aber das "Liebe dich selbst" ist doch als griffige Formel zu schnell in den Raum geworfen und leicht geheuchelt, wenn man von der Mehrheit direkte und brutal viele Zurückweisungen erhalten hat.

Die wachsende Anspruchshaltung in der Liebe verhält sich antiproportional zu ihrem tatsächlichen Zustandekommen - wo sie dennoch zustandekommt, ist sie von vornherein durchs Prestige-Interesse korrumpiert.

Hier zerstört die Liebe sich selbst oder ist schon längst zerstört, noch ehe sie zustandekommt, und doch folgen die Pärchen, die auf derartigem Wege sich gebildet haben, der Illusion, sich in aller Unschuld verliebt zu haben. Zwischen der bloßen Benennung von etwas als "Liebe" und der Realisierung von Liebe besteht eben ein himmelweiter Unterschied.

An die Liebe, also die Tiefe und Qualität des Gefühls, soll man mit Anspruch herantreten, nicht an den potenziell Geliebten und seiner Perfektion, die das Selbstwertgefühl anheben soll. Es scheint ja fast, als ob der wachsende Anspruch in der Partnerwahl mit einem gefallenen Anspruch ans Liebesgefühl einhergeht.

Aber worauf ich eigentlich aus war: das Gefühl der Sehnsucht, das gewissermaßen die Energie der Liebe ausmacht, ist sicherlich auf Gegenseitigkeit bezogen oder besser: auf ein Gegenüber, allerdings ist es zur Aufrechterhaltung nicht vom Gegenüber oder von der Gegenseitigkeit abhängig. Sonst hätte man ja auch kein so großes Problem mit dem Liebeskummer, wenn der andere bloß einfach gehen muss, damit man ihn / sie vergisst. Und darüber kann ja bestimmt jeder hier im Forum ein Liedchen singen ;-)

Hat sich Liebe bei einem erst gebildet, "funktioniert" sie geradezu autark - man kann das schonanhand der Enttäuschung feststellen, sobald der Partner sein "wahres" kaltes Gesicht zeigt. Aber wir erhalten trotzdem dieses Phantasma des Anderen in uns am leben, obgleich es diesen Anderen so nicht gibt. Im Grunde sind wir nur in unsere eigene Vorstellung, in ein Bild, welches wir aus der Erscheinung des Geliebten gezeichnet haben, verliebt.

Darin läge ein Schlüssel zur Befreiung, aber wer kann schon den Geliebten Narziss loslassen :P
"Die Liebe erkaltet am Wert, den das Ich sich selber zuschreibt."

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »chris1« (7. Januar 2010, 07:52)


23

Sonntag, 10. Januar 2010, 00:33

RE: Liebe, Liebeskummer und Loslassen.

danke....

Deine Gedankengänge gefallen mir sehr.
Es ist ratsam sich diese Worte zu Herzen zu nehmen.

Um es allerdings genau zu verstehen sollte man den Text zwei mal lesen und die Wortwahl wirklich verinnerlichen.

Deine Wortwahl verrät allerdings auch das Du Dich mit einer neuen Situation beschäftigst mit der Du noch nicht umgehen kannst.

ein neues Lebensgefühl preisgeben ?

24

Mittwoch, 24. Februar 2010, 11:34

Hallo,

ja, wichtig ist natürlich erstmal sich selbst zu lieben und mit sich selbst klar zu kommen. Aber gerade nach einer Trennung fällt das ziemlich schwer. Ich bin im Moment an einem Punkt, wo ich überhaupt nicht mehr weiß, wo ich selbst stehe und was ich nun will. Alles ist nach der Trennung zusammengebrochen und ich glaube auch, dass ich mich erstmal selbst finden muss, bevor ich je wieder bereit bin eine neue Beziehung einzugehen. Aber im Moment will ich das eigentlich auch nicht wirklich, obwohl ich andererseits denke, dass es vielleicht auch hilft. Nur ist auch die Frage, ob ich je wieder jd. finde...



Tja ist nicht so einfach, sich selbst zu lieben, nach solchen Schmerzen, die einem eine trennung zufügt. ;(

25

Mittwoch, 24. Februar 2010, 19:18

Ja November Du wirst wieder jemanden finden.aber nimm Dir erstmal richtig viel Zeit nur für Dich.Denn Du musst Dir selber wichtig sein.Du musst zusehen das Du selber glücklich bist.Der Rest kommt von ganz allein......ganz sicher
Lebe jeden Tag, als ob es Dein letzter wär

26

Samstag, 27. Februar 2010, 00:40

Die Erfahrung, nicht genau zu wissen, wohin man gehört, machen wohl alle. Man verliert einen gewohnten und sehr wichtigen Fixpunkt im Leben durch eine Trennung.

Allerdings haben mich meine Trennungen die ersten Wochen fertig gemacht, dieser stechende Schmerz im Herz ist beinahe unerträglich... aber nach dem ersten Monat oder so beginne ich als eher realistischer Mensch zu analysieren, decke Ungereimtheiten aus der Vergangenheit auf und rekonstruiere das Geschehen, wie es zur Trennung kommen konnte... und langsam geht es mir besser und besser, wenn auch im Schneckentempo. Und am Ende fühle ich mich stärker als die Expartnerin. Weil ich es in den bisherigen Fällen immer gewesen bin.

In der ganzen Zeit hilft sonst nur eins: reden, reden, reden... ohne geht es nicht. Durch das Erzählen über meine Vermutungen aus der "Detektivarbeit" fühle ich mich bestätigt und erhalte neue Denkanstöße. Und irgendwann findet man dann hoffentlich seinen inneren Frieden.
[...]

Gefährlich ist wer Schmerzen kennt,
Vom Feuer das den Geist verbrennt!

BÄNG BÄNG!

Gefährlich das gebrannte Kind,
Mit Feuer das vom Leben trennt.
Ein heisser Schrei:

BÄNG BÄNG!

Feuer frei!

Dein Glück,
Ist nicht mein Glück,
Ist mein Unglück!

Dein Glück,
Ist nicht mein Glück,
Ist mein Unglück!

[...]

BÄNG BÄNG!

Feuer frei!

- R+, Feuer Frei

27

Samstag, 13. März 2010, 00:20

Na ja, viele unterschiedliche Meinungen hier, ich denke es bleibt uns gar nichts anderes übrig als loszulassen, den wir haben ja nur die Wahl weiter zu leben oder zu sterben! Den wenn man erst einen liebt, kann man ja nicht sofort die Gefühle abstellen, und so Sprüche du musst Sie/IHN vergessen, ist gar nicht möglich.
Wir werden nie einen Menschen vergessen den wir geliebt haben, denn man verbringt ja eine Wunderschöne Zeit miteinander, viele sind jahrelang alleine und sehnen sich nach Liebe und Partnerschaft, den kann sich einer von euch vorstellen bis ans Lebensende alleine zu bleiben?
Das will keiner und wenn wir Angst haben keinen mehr zu bekommen, schwindet doch die Lebensqualität.
Natürlich gibt es auch viele andere schöne Dinge im Leben.
Denn sobald der Schmerz und die Trauer nachlässt, gehen wir alle wieder auf die Suche, wir sind nur nicht so enttäuscht wenn es mal wieder am Samstag Abend in der Disco nicht geklappt hat, oder die 3Monate bei Neu.de ausgelaufen sind, oder die Dates nicht das gewünschte Resultat bringen.
Ich persönlich denke, das eine Beziehung fast zu 90% zum scheitern verurteilt ist (trotz Liebe) es kommt nur auf die Dauer an!
Ich bin der meinung, das derjenige der noch liebt nach einer Trennung, unbedingt den Kontakt abrechen muss, aber man liebt den anderen ja noch trotzdem, aber nach einer Trennung kommen ja auch keine schöne Moment mehr hinzu, an die man sich klammern kann, man wird auch nie wieder so glücklich sein wie man es mit seinen Ex-Partner war (auf jedenfall nicht mit ihm/ihr), das wars, und irgendwann ist nach mal mehr Trauer da, dann ist es endgültig vorbei. Es hilft wirklich nur Zeit und reden.

Und wisst ihr was am schlimmsten ist? Es ist nicht der Schmerz und die Trauer, viel schlimmer wäre es doch wenn wir das nie erlebt hätten, nie einen Partner nie verliebt nie geliebt nie geliebt worden, es gibt viele Menschen die hatten noch nie ein/e Freund/Freundin (absolut beginners) was würde die darum geben einmal Liebeskummer zu haben, sei nicht traurig das es vorbei ist, sondern sei froh das du das erleben durftest.
Das ist die ganze Wahrheit.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Stufe10« (13. März 2010, 02:58)


28

Samstag, 13. März 2010, 11:13

Klingt doof ist aber so bei mir gewesen. Als ich diesen wahnsinnig gemeinen Liebeskummer hatte, dachte ich, daß werde ich niemals durchstehen, ich werde von nun an immer allein bleiben und nie wieder jemanden lieben können. So knapp 4 Monate später,...denke ich ganz anders drüber. Ich hab so ne Art Bilanz gezogen, ich habe für mich selbst entdeckt, was ich bei der nächsten Beziehung besser machen könnte bzw was ich jetzt von meinem neuen Partner erwarten würde,...nämlich viel Vertrauen beiderseits.

Weiter dachte ich auch, ich könnte nie wieder einen Mann vertrauen oder gar lieben , zu groß die aufgerissenen Wunden. Blödsinn ( ich spreche jetzt für mich), nartürlich werde ich wieder einen Mann vertrauen, weil nicht jeder gleich ist. Da bin ich jetzt voller Optimismus. Und ein gutes hat der Liebeskummer auch für mich gehabt, ich habe mich selbst erkannt und eine Selbstfindungsphase durchgemacht. Bei mir ist es halt so gewesen, erst durch Schmerz und Leid konnte ich auch mein eigenes schwieriges Seelenleben verstehen. War ich doch auch schon vor der Beziehung mit mir unzufrieden, wollte aber nichts dran ändern. Die gescheiterte Beziehung hat mir geholfen, ein glücklicherer und seelisch stabilerer Mensch zu werden. Ja, man muß auch machmal im Negativem das Positive sehen. Und nun bin ich zufrieden und glücklich, ein Vorteil für die nächsten potz. Partner. Keine Altlasten, keinen Seelenmüll meinerseits mehr. Ich freu mich schon auf die nächste Beziehung und sie wird gut werden.

29

Sonntag, 21. März 2010, 15:55

Hallo all,
habe noch was Schönes über das Loslassen gefunden.

Einen schönen Sonntagnachmittag wünscht euch

Seidenraupe

In Asien ist es Brauch, dass die buddhistischen Mönche über längere Zeit auf Wanderschaft gehen. So geschieht es, dass zwei Mönche auf ihrer Wanderschaft zu einer Strassenkreuzung kamen und sie dort eine Frau in einem schönen Kleid am Strassenrand stehen sahen. Sie traute sich nicht auf die andere Strassenseite, weil da eine grosse Schlamm- und Wasserlache war. Als einer der Mönche dies sah, ging er zu der Frau, nahm sie auf den Arm und trug sie, ohne ein Wort zu sagen, auf die andere Strassenseite. Dann wanderten die beiden Mönche weiter. Es vergingen Stunden, ohne dass einer von ihnen sprach. Plötzlich sagte der eine Mönch zu dem anderen: Du...was du da vorher gemacht hast, verstehe ich nicht. Du weisst doch, dass es uns verboten ist, Frauen zu berühren. Und du hast diese Frau sogar auf die Arme genommen. Ich verstehe es nicht...Darauf antwortete der andere Mönch: Ich habe diese Frau dort am Strassenrand stehen gelassen. Trägst du sie immer noch?

Quelle: unbekannt

30

Dienstag, 23. März 2010, 20:31

Danke für deinen Beitrag.

Ich kann dir nur in jedem Punkt zustimmen. - Aber was wenn zu den üblichen Ängsten auch die Angst dem anderen gegenüber kommt, dass er nie Lieben kann, wenn er einfach ein Problem mit sich selber hat und man selber ihm auf helfen will, endlich einmal sich fallen zu lassen und zu zeigen, dass Liebe nichts schlimmes ist. Er aber zu viel Angst hat, dies zuzulassen.
Es ist einerseits das schönste Gefühl, dass es hier auf Erden gibt, andererseits kann auch kein anderes Gefühl dir so viel Schmerz und Leid zufügen.

lg

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