Ich bin verzweifelt.
Ich habe Angst, verurteilt zu werden. Ich hätte es besser wissen müssen.
Ich bin die Andere. Die andere Frau.
Ich bin in eine Situation geraten, die niemand für sich denkbar hält.
Ich habe es geschehen lassen und bin nun an der Grenze des Erträglichen angelangt.
Meine Geschichte ist so lang, und so komplex, dass es schwer ist, sie niederzuschreiben,
und doch ist das meine einzige Hoffnung, wieder klar sehen zu können.
Ich bin 31 Jahre alt, beruflich fest verankert in einem Job, den ich mag, ich war eine Lebe- und Powerfrau,
verheiratet sehr früh und in Freundschaft getrennt, lebe glücklich mit meiner kleinen Tochter
und lernte an dem Wochenende, an dem mein Mann auszog, IHN kennen.
Ein Freigeist wie ich, und so bezaubernd, dass ich hingerissen war. Das ist jetzt drei Jahre her.
Er war wahnsinnig verliebt, aber meine frische Trennung und die neue Situation forderten mich
vollends, so dass ich mir eine neue Beziehung nicht zutraute.
Er war sehr verletzt und brach jeglichen Kontakt zu mir ab. Heiratete innerhalb von drei Monaten
die nächstbeste Frau und änderte sein Leben drastisch. Aus dem beruflich selbtsständigen Junggesellen
wurde ein, von seiner reichen Frau abhängiger Mann, der alles aufgab, was er vorher lebte.
Ein Jahr später meldete er sich wieder.
Aus zaghaften Treffen blühte diese Liebe auf, die uns beide zwei Jahre unseres Lebens soviel Leid und
Schmerz brachte, und dennoch so bereichernd und zauberhaft war, dass ein Entkommen nicht möglich schien.
Eine Trennung von seiner Frau allerdings auch nicht, die Streitereien häuften sich, meine Ängst nahmen
drastisch zu, es wuchs eine Abhängigkeit und Isolation, die mir jegliche Sicht nahm....
er begab sich in Therapie, sprach mit Freunden und trotz allem gelang ihm die Trennung von seiner Frau nicht.
Ich konnte es nicht mehr ertragen, diese Versprechungen und Hinhaltungen, wurde verbittert, streitsüchtig,
fühlte mich so hilflos und verloren, es ist unmöglich, diese Gefühle einfach niederzuschreiben.
am Wochenende sind wir weggefahren und gerieten in Streit, woraufhin er sich von mit trennte.
Ein schrecklicher, gehässiger Streit.
Er liebe mich nicht mehr, ich sei nicht mehr die Frau, in die er sich verliebt hätte.
Nein, die bin ich nicht mehr. Zwei Jahre Qual, Enttäuschungen, unerfüllte Träume und dieses ständige Warten
haben mich nahzu kaputtgemacht.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Befinde mich in großer Abhängigkeit, möchte ihn so gerne anrufen, möchte, dass alles wieder gut ist,
bis hin zur Selbstaufgabe.
Was kann ich nur tun?
Ich bin verzweifelt.