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Dienstag, 8. November 2011, 23:10

Ich hasse mich dafür

Hallo liebe Leute!



Ich bin neu hier, lese schon seit einiger Zeit das Forum, weil ich auf der suche nach Hilfe bzw. Ratschlägen bin und dachte daher, jetzt erzähl ich euch mal meine Geschichte.



Am Ende meines Studiums bin ich in eine andere Stadt gegangen und hab dort ein Praktikum am Theater gemacht. Die Leute waren echt lieb, ich hab mich sofort wohlgefühlt. Ich war gerade mal eine Woche dort, da hab ich ihn kennengelernt. Den tollsten Mann der Welt. Als wir uns begrüßt haben und ich seine Hand hielt, hab ich so eine Wärme und Geborgenheit gefühlt, wie noch bei keinem Menschen vor ihm. Er hat das liebste Lächeln der Welt und die gütigsten Augen. Und er ist Schauspieler. Am anfang hab ich dagegen angekämpft, weil es mir lächerlich erschien, mich mit Mitte 20 in einen Schauspieler zu verknallen, der gerade mal 4 Jahre älter ist als ich, außerdem assoziiert man mit Schauspielervereherung ja immer Poster, Schwärmerei und Pubertät. Ich hab ihn jedoch zu einem Zeitpunkt kennengelernt, da wusste ich noch gar nix von seiner Präsenz auf der Bühne, er hätte in dem Moment des Kennenlernens auch Bauarbeiter sein können, ich hätte die Schmetterlinge gespürt. Ich war 3 Monate in dem Unternehmen, fast täglich sind wir aneinander vorbeigelaufen, haben uns angelächelt und Hallo gesagt. Hin und wieder hat sich ein beiläufiges Gespräch ergeben, aber nicht mehr. Er war jedoch ziemlich der einzige am Theater, der mir Beachtung schenkte. Die Zeit verging wi im Flug und ich musste Abschied nehmen. An meinem letzten Arbeitstag war er nicht im Haus, dabei wäre er der einzige Mensch da drin gewesen, dem ich wirklich Auf Wiedersehen sagen wollte. Kurz vor Weihnachten hab ich ihm dann eine Mail geschrieben und mich bedankt für die schöne Zeit. Und ich bekam Antwort. Mit dem Schlussatz. Melde dich doch, wenn du wieder in der Stadt bist. Es hat ganze 4 Monate gedauert, bis ich wieder in dort war. Wir haben uns getroffen, sind in der Abendsonne gesessen und haben geredet und geredet. Plöztlich erschien er mir gar nicht mehr so unerreichbar wie im Winter zuvor. Zum Abschied hat er mich umarmt und gemeint, ich solle mich wieder melden, wenn ich in der Gegend wär. Ich hatte ihn ein Stück weit kennengelernt, wir teilten die selben Ansichten und es passte einfach. 2 Mpnste später kam ich wieder in die Stadt, um ihn in seiner ersten Hauptrolle zu sehen. Wir verabredeten uns nach der Vorstellung. Als er aus dem Theater kam, bestürmten ihn Teenies. Ich sah zu und begann an meinem Verhalten zu zweifeln, weil immer ich diejenige war, die den Kontakt suchte. Vielleicht war dieses: Melde dich wieder! ja nur so eine Floskel. Was wenn er mir diese Sympathie nur vorspielte und in Wirklichkeit von mir genervt war, weil er mich durchschaute, dass ich mich innerlich fühlte wie einer dieser Teenies, aber äußerlich cool und gelassen war. Auch dieses Treffen war wieder sehr nett, ich fühlte mich wohl in seiner Gegenwart. Wir saßen in dem Restaurant, eine Ewigkeit. Kurz vor Mitternacht klingelte sein Handy. Er ging ran und seine Stimme veränderte sich plötzlich, wurde sanft und er schloss mit: okay, dann komm doch her. 10 Minuten später wäre ich fast vom Stuhl gekippt. An diesem Theater gibt es kaum weibliche Schauspielerinnen, die meisten davon unterirdisch mies. Eine war besonders schlimm, zählt aber zu den schönsten Menschen, die ich je gesehen hab. Das genau Gegenteil von mir. Blond, ein Puppengesicht, Kulleraugen. Wie aus dem Nichts stand diese Blondine plötzlich neben unserem Tisch, knutschte ihn ab, sah mich triumphierend an und pflanzte sich neben ihn auf den Stuhl. In dem Moment brach eine Welt in mir zusammen. All meine Phantasien wurden plötzlich zerstört. Ich wusste gar nicht, auf wen ich wütender war. Auf sie, weil sie mir den Abend bzw. das aktuelle Leben ruiniert hatte, auf ihn, den ich als so einfühlsam eingeschätzt hatte und der mir nun auf direkteste Weise seine Freundin präsentierte, obwohl er geahnt haben muss, wie wichtig er mir ist, oder auf mich selbst, weil ich seit 9 Monaten mit der rosa Brille durchs Leben lief, obwohl ich schon im Winter letzten Jahres ahnte, dass die beiden nicht nur Bühnenpartner sind. Ich verabschiedete mich. Ihm war die Situation unangenehm, sie meinte gespielt irritiert: Oh, ich wollt dich aber jetzt nicht vertreiben.Ich ging. Am nächsten Tag hatte ich eine Aufhamenprüfung, für die ich mich eigrentlich beworben hatte, um längerfristig in"seiner" Stadt sein zu können. Ich bestritt das ganze halbherzig, war mit den Gedanken beim Vorabend. Ich fuhr nach Hause und fiel in ein tiefes Loch. Die nächsten Wochen waren der Horror. Von meinem Umfeld ernttete ich kein Verständis. Man nahm meine Gefühle nicht ernst. Schwärmerei sagten sie, keine Liebe. Der ist doch Schauspieler. Ja man behandelte mich, als hätte ich Liebeskummer, weil George Clooney eine Neue hat. Ich versuchte normal weiter zu machen. Jeder neue tag erschien mir sinnlos, also fuhr ich auf Urlaub. Nicht weit weg, aber wenigstens in eine andere Stadt.Ich war jeden Abend unterwegs: Kino, Theater, Party, bis ich so reizüberflutet war, dass ih mich am Ende meiner Kräfte befand. Ich erinnere mich an einen Morgen im August, als ich aus einem Kaffee in die Sonne trete, wie jede Minute die allgegenwärtige Sehnsucht zu verdrängen versuche, als er mir plötzlich entgegen kommt. Erst dachte ich an eine Wunschvorstellung, aber er wars wirklich. Ich war wie gelähmt. Eine völlig andere Stadt, die so groß ist. Und wir beide 5m von einander entfernt. Er war vertieft in ein Telefonat, sah mich nicht, kam aber direkt auf mich zu. All die wunden, die wenigstens im Ansatz verheilt waren, rissen wieder auf. Dennoch fand ich nicht den Mut, ihn anzusprechen. er ging an mir vorbei und ich bereute es. Seit diesem Tag im August habe ich jeden Tag für eine 2.Chance gebetet. Ihn wiederzusehen. Alleine. Ohne dieses blonde Übel an seiner Seite. 2 Tage nach Chance'1 bekam ich den Anruf, dass sie mich genommen hätten ich ab Oktober in seiner Stadt studieren könnte.

Nun bin ich hier. In seiner Stadt. Und die Veruschung ist da, ihn wann ich will auf der Bühne zu sehen. Das was ich mir immer gewünscht hab. Und um endlich auf den Titel meiner Geschichte Bezug zu nehmen: Er ist nach swie vor der Mittelpunkt meiner Gedanken, ich hab echt versucht ihn mir durch dieses: "Er hat eine wunderschöne Freundin. du bist nicht sein Typ" Credo aus dem Kopf zu schlagen aber es geht nicht. Gestern Abend war ich im Kino, der film ist aus ich gehe nach draußen und da steht er. Die Stadt hat an die 1,5 Millionen Einwohner und ich treffe auf ihn. Zufall-Schicksal- Wunder?Es wäre die absolute Chance gewesen. Das was ich so sehr wollte. Die 2.Chance. Und was mach ich? NICHTS. Ich stand nur da, sah ihn an wie ein Weltwunder und war nicht fähig auf ihn zuzugehen und zu sagen: Hey, wie gehts dir? obwohl mir meine innere Stimme ganz deutlich sagte: Geh hin zu ihm, rede ihn an jetzt. Ich konnte es nicht. Er ging dann, ohne sich umzudrehen. Sonst hätte er mich wahrscheinlich gesehen. Ich hab mich noch vor dem Kino auf die stufen gesetzt und erst mal ordentlich geheult. Ich stehe meinem Glück selbst im Weg und weiß nicht warum. Ich hab überhaupt nix zu verlieren. Woran liegt das? Daran, dass mir alle sagen, ich soll ihn endlich vergessen? Ich weiß doch, dass er vergeben ist, ich will doch nur das bisschen Kontakt, das sir haben nicht ganz einschlafen lassen. Ich hab ihn doch so unendlich gern. Was soll ich jetzt machen? ihm wieder eine Mail schreiben? Wieviele Chancen auf ein Wiedersehen kriegt man denn? Ist irgendwem von euch sowas ähnliches auch schon mal passiert? Einerseits wünsch ich mir nicht sehnlich als ein Wiedersehen, aber eines, auf das ich mich vorbereiten kann und nicht eines von dem ich überrascht werde, abdererseits würde ich ihn ja so gern vergsessen, von heute auf Morgen diesen Liebeskummer abstellen, der seit Juli meine Welt ausfüllt, aber ich hab damals im Winter vor einem Jahr bei unserer ersten Begegnung gefühlt, dass er der Richtige ist. Es mag ja total kindisch klingen, aber ich hab das Gefühl, nie wieder jemanden so lieb haben zu können und das obwohl, ich ihn kaum kenn. Und das hindert mich daran, ihn loszulassen. Andere Männer interessieren mich nicht mehr. Ich lerne laufend irgendwelche Typen kennen, aber keiner hält dem Vergleich stand. Manchmal glaub ich echt, ich bin psychisch krank, weil ich an einen unreichbaren Mann all meine Energie verschwende. Wie würdet ihr euch verhalten? Den Kontakt weiterhin suchen, sich auf das Gefühl der ersten Begegnung verlassen, versuchen eine flüchtige Freundschaft aufzubauen oder daran arbeiten, ihn zu vergessen?



Jedenfalls bin ich seit gestern so wütend auf mich selber, nicht dass ich mir was antue, mich ritze oder irgendsowas, nein, es ist aber plötzlich so eine innere Ablehnung gegen mich selber da. Weil ich an meiner Situation selber schuld bin. Ich hab mir die tollste aller Möglichkeiten verbaut, durch meine Schüchternheit. Ich sehe mich im Spiegelbild und empfinde nur Verachtung gegen dieses traurige etwas, das mir da entgegenstarrt. Das Glück war da vor meiner Nase und ich bin davor weggelaufen. Das kann ich mir nicht verzeihen.

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Mittwoch, 9. November 2011, 16:06

hi,

du gehst aber ziemlich Hart mit dir ins Gericht!!! Sicher kann man auf sich selbst böse sein, weil man dies oder das nicht im richtigen Moment getan hat aber so geht es uns allen doch. Du bist halt schüchtern, na und??? du hast seine mail adresse? Telefonnummer? Wenn du vorbereitet sein willst, dann musst du eine Verabredung organisieren. Weisst du denn noch ob es das "blonde Gift" noch gibt?

Gib dir nen Ruck. Ich denke egal wie es ausgeht, vielleicht kannst du dann mit dem Thema abschließen. Wer nicht wagt der nicht gewinnt!

Sei nicht zu böse mit deinem Spiegelbild;)

Du machst das. Ich wünsche dir da viel Erfolg bei.



LG Noyzz
Every finish line is the beginning of a new race ;)

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Mittwoch, 9. November 2011, 19:18

Nabend...

ich habe Deine Geschichte gelesen...klingt alles sehr bittersüss und romatisch, aus Deiner Perspektive.

Zu seinem Verhalten, fällt mir folgendes ein :

Er ist nett, umgänglich und offen, ein Typ vom Theater...ich kenne einige, sie sind alle sehr locker..haben 100te von Bekannten.
Du hast sehr viel in jede einzelne Begegnung hineininterpretiert, er weniger denke ich.
Allein die Aufforderung an seine Freundin, vorbeizukommen während ihr zusammen im Restaurant gesessen habt, zeigt doch wie er eure Bekanntschaft sieht, meinst Du nicht ?
Er hat sich nicht die Mühe gemacht etwas vor Dir oder ihr zu verbergen...warum auch ?
Er sieht Dich mit anderen Augen als Du ihn...ich sage das nicht um Dich zu kränken, sondern weil ich glaube das Du einen Schubs brauchst.
Er trifft sich vielleicht auch wieder mal mit Dir...für ihn ist das dann ein netter Abend...aber für Dich ?
Mach nicht so weiter...ich meine das Träumen...an den grossen Plan glauben...lebe lieber...
Er gehört zu jemandem.
Dir wünsche ich jemanden, der zu Dir gehören will.

Gruss She

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Mittwoch, 9. November 2011, 22:04

Warst du früher in ähnlichen Situationen auch schüchtern oder bist du allgemein ein schüchterner Mensch ?

Viele Menschen sind nur deswegen schüchtern, weil sie Angst haben, dass sich was ändern könnte, sei es noch so verzweigt. Für dich gibt es jetzt aber nur noch eine win-win Situation. Du hast nichts was sich ändern würde außer die Schwärmerei bzw. Verliebtheit für diesen Mann. Melde dich bei ihm, du wirst dann sehen wie er reagiert. Baue, wenn es geht. Kontakt zu ihm auf, auch wenn es das Blonde Ekel oder jemand anderes noch da sein sollte. Treffe dich mit ihm, sei geheimnisvoll, lass dir nicht anmerken, dass da was ist. Irgendwann, den Zeitpunkt wirst du selber merken, solltest du ihm dann alles gestehen und du wirst sehen wie er reagiert. Entweder geht er auf dich ein oder er blockt ab und dann wirst du es aus seinem Mund hören. Es wird Schmerzhaft sein, aber dadurch verlierst du schneller deine Illusion mit diesem Mann und ein neuer Mann wird seinen Platz, aber hoffentlich gegenseitig, einnehmen.

Viel Erfolg sehe ich aber leider nicht, aber du hast nichts zu verlieren also versuch es !

Ich wünsche dir viel Glück,

Lalelus

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