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Donnerstag, 20. Oktober 2011, 17:45

Meine Frau hat mich nach 16 Jahren verlassen

Am Montag erhielt ich mit einer 6-zeiligen E-Mail meiner Frau die Nachricht, dass sie nicht mehr genug für mich empfindet, dass sie sich neu verliebt hat und dass wir uns trennen müssen. Als ich das gelesen habe, bin ich ein Stück gestorben. Ein Stich ins Herz.

Ich war total konsterniert - nichts hat darauf hingedeutet. Wir hatten wie wohl so viele Höhen und Tiefe - aber ich liebe meine Frau immer noch wie am ersten Tag und das weiß sie auch.

Wir haben 2 gemeinsame Jungs (8 + 14) sowie eine Tochter (19) aus der ersten Ehe meiner Frau. Ein vernünftiges Gespräch hat seitdem nicht stattgefunden. Sie meint es ist alles gesagt. Sie sicht bereits eine Wihnung und will so schnell es geht ausziehen. Ich kapiere nichts mehr.

Ein Gespräch blockt sie ab. Auch wie wir das den Kindern mitteilen sollen und so weiter. Ich habe seitdem insgesamt 5 Stunden geschlafen und so gut wie nichts gegessen. Gerade habe ich sie angerufen und wollte eigentlich frage, ob wir uns heute Abend bereden können - aber sie sagte direkt, dass sie heute zu ihm fährt. Ich weiß nicht mehr ein noch aus. Ich bin 47 und stehe vor dem Scherbenhaufen meines Lebens. Mein Boden ist weg.

Wer kann mir helfen?

2

Donnerstag, 20. Oktober 2011, 20:06

Hallo Marcus,

oh je, ist das schrecklich!!! Ich weiss gar nicht so recht, was man Dir da raten könnte...

Ich würde unbedingt ein Gespräch mit ihr suchen. So eine Trennung geht nicht so einfach, auch wenn sie Angst vor dem Gespräch hat.

Vielleicht braucht sie auch einfach nur ein paar Tage Abstand??? Hast Du denn nie irgendwie bemerkt, dass es nicht mehr so läuft??

Ich drücke Dir ganz fest die Daumen und denke an Dich,,

Audrey

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Donnerstag, 20. Oktober 2011, 21:02

Hallo Audrey,
wie gesagt - wir hatten Höhen und Tiefen. Wir haben zuletzt noch unseren Dachausbau geplant. Da war sie mit großem Eifer dabei. Aber seit ein paar Wochen hat sie da die Notbremse gezogen. Ob wir das wirklich brauchen, das wäre zuviel Geld u.s.w. Das war natürlich merkwürdig.
das muss dann die Zeit gewesen sein, wo sie den anderen kennengelernt hat. ich habe nur an eine schlechte Phase, einen Durchhänger gedacht. das war nichts ungewöhnliches. Aber mit diesem Hammer hätte ich im Traum nicht gerechnet. Wir sind durch dick und dünn, auch ihre krebserkrankung vor ein paar Jahren hat uns (so glaubte ich) regelrecht zusammengeschweißt. ich habe eine Riesenangst vor den nächsten Tagen und Nächten. Ob ich einen Psychotherapeuten besuchen sollte? Ich glaube, ich komme damit alleine nicht klar - obwohl reden und schreiben hilft.
ih würde aber gerne mit ihr reden. Vielleicht nicht, wie und warum es so gekommen ist - aber wir müssen doch auch die Zukunft besprechen . vor allen Dingen, was mit den Kindern ist. Der Kleine weiß noch nichts - aber ich glaube, er ahnt schon was. Der Große will bei mir bleiben und nicht mit ihr ausziehen - das möchte sie aber wohl. Aber so genau weiß ich es nicht.
Aber schön, dass jetzt mit Dir einer an mich denkt.

4

Donnerstag, 20. Oktober 2011, 21:18

Marcus also die kinder werden das schon wissen sowas bekommen kinder schnell mit
du solltest umbedingt eingespräch mit ihr suchen mehr kann man dir da auch nicht raten

5

Donnerstag, 20. Oktober 2011, 22:28

Hallo Du Armer,

Scheixx Situation!!!

Ich würde Dir trotzdem noch mal zu einem Gespräch raten. Das müsst ihr führen wegen der Kinder. Aber ich würde ein/zwei Wochen vergehen lassen!!!Damit sie den Abstand hat zum Nachdenken zu kommen....

Unabhängig davon: versuche, bei Dir und Deinen Wünschen zu bleiben

Kümmer Dich doch mal um Dich ;-))

6

Freitag, 21. Oktober 2011, 08:30

schön, dass es Leute gibt, die ich mit meinen Problemen "belästigen" kann.

Ich würde soo gerne mit ihr reden - aber SMS und Mail mit der Bitte um ein Treffen am z.B. "neutralen Ort" bleiben unbeantwortet.

Gestern Abend kam ich gegen 19.30 Uhr nach Hause (sie wusste das). Gegen 19.20 ist sie dann zu ihrem neuen gefahren und erst gegen Mitternacht heimgekommen. Kein Gespräch. Heute morgen am Frühstückstisch keine Chance wegen dem Kleinen, der mit am Tisch saß.

Gestern habe ich ihr per Fleurop einen Strauß mit ihrer Lieblingsblume geschickt. 16 gelbe Rosen mit einer Karte dabei: "Danke für die 16 schönsten Jahre meines Lebens". Als ich dann gestern nach Hause kam, stand der Strauß in der Küche in der Ecke hinter der Mikrowelle und die Karte habe ich aus dem Müll geklaubt. Ich bin echt fertig. Habe letzte Nacht etwa 1 Srunde geschlafen (so von 5 bis 6). Auf der Fahrt zur Arbeit habe ich sie angerufen. Sie sagte nur, dass sie morgen gegen 18 Uhr weg ist und erst am Sonntag "nach Hause" kommt. Sie ist urplötzlich knallhart und eiskalt. Ich kenne sie nicht wieder. Warum macht sie das? Warum geht sie einem Gespräch aus dem Weg? Ich fühle mich wie ein alter, schmutziger Lappen - der statt gewaschen zu werden nun einfach in den Müll fliegt. Ich kann unmöglich warten, bis sie auf mich zukommt. Oder muss ich das. Habe ich eine Alternative? Hilfe!

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Freitag, 21. Oktober 2011, 13:18

Hallo Marcus,

erstmal belästigst du wirklich niemanden hier,wir haben alle ähnliches durchgemacht wie du .....

Schließe mich meinen Vorschreibern an lass ihr ein bisschen Zeit (wie Audrey geschrieben hat) wegen der Kinder.Das Gespräch müsst ihr führen,unbedingt.Entschuldige bitte,wenn es hart klingt,aber das Verhalten deiner Frau finde ich sehr herzlos und egoistisch.Aber ich kenne das,man denkt,dass man seinen Partner kennt und dann so etwas.

Einen Rat zu geben ist sehr schwer,aber den Weg zu einem Therapeuten zu suchen ist nie verkehrt,du musst unbedingt ein bisschen Ruhe finden,ist leicht gesagt,ich weiß und kostet sehr viel Kraft.Aber halte durch auch deinen Kindern zuliebe und auch für dich.Warum sie sich so verhält ist unerklärlich .....

Du kannst hier wirklich deinen Kummer,deine Sorgen hier reinschreiben,es ist immer jemand da,der dir zuhört bzw. liest,mir hat es sehr geholfen und habe hier sehr liebe Menschen kennengelernt.

Wünsche dir viel Kraft,liebe Grüße
Lisa

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Freitag, 21. Oktober 2011, 13:25

Lieber Marcus,



es tut mir so leid, dass Du gerade so sehr leiden musst!

Du gehst durch die Hölle... und das schlimme ist, dass Du nichts tun kannst - zumindest im moment! Sicher fühlst Du Dich wie ein eingesperrter Tiger, der in seinem Käfig die ganze Zeit umherstreift - und findest gar keine Ruhe und dieses zur Ohnmacht verurteilte, ist so schwer zu (er)tragen!



Ich galaube, dass Du sie im Moment mit allen Aktionen wegtreibst!

Es ist so schwer gar nichts zu tun, aber versuch es - weil im moment dringst Du nicht zu ihr durch!



Glaub mir, keinem Menschen sind 16 Jahre egal! Irgendwann wird es sie wieder einholen... jetzt fühlt sie Schmetterlinge im Bauch... aber bei ihr wird die Ernüchterung kommen, wo sie begreift, was sie alles wegschmeißt!

Versuch, Deine Unruhe irgendwie rauszulassen, aber geh ihr jetzt erstmal aus dem WEg - und quäl Dich nicht mit dem Gedanken, an den anderen!!

Das hab ich auch getan und festgestellt, dass es Selbstverletzung ist, und du drehst Dich nur im Kreis!

Der Neue ist da, sie meint durch ihn gerade stark zu sein, aber eigentlich ist sie ganz schwach... sie lässt Euch alleine, die kinder alleine - alles FÜR einen Mann, den sie vermutlich noch nicht mal richtig kennt...



Versuch diese Zeit für Dich so zu nutzen, dass Du Dir Gedanken machst, was falsch gelaufen sit, wo Dein Anteil daran liegt, dass sie im Moment solche Wege geht... was hat ihr vielleicht in Eurer Beziehung gefehlt und was fehlt DIR - oder was ist für Dich falsch gelaufen... Mach Dir Deine Gedanken, ein Gespräch würde im moment ins nirgendwo führen, oder eskallieren, so dass vielleicht Dinge gesagt werden, die sehr verletztend sind, und die man eigentlich nie sagen würde... es ist eine sehr schwere Zeit... aber geh STück für Stück und irgendwann wirst Du wie auch immer aus dieser Ausweglosen Situation rauskommen!



Ich wünsch Dir, dass Du ein wenig zur Ruhe kommst und ganz viel Kraft, das ganze durch zu stehen!!



Drück Dich

Airlie



PS mir hat es auch geholfen hier rein zu schreiben, vor allem nachts, wenn alle schlafen und es einfach raus muss...

Du bist nicht allein!

9

Freitag, 21. Oktober 2011, 14:10

Liebe Lisa, liebe Airlie,



es tut wirklich unheimlich gut, die Antworten zu lesen. Dieses Gefühl, wie Du schreibst "nicht allein" zu sein ist irgendwie beruhigend.

Heute im Büro hat mich ihre beste Freundin angerufen und sich nach meinem Befinden erkundigt. Das fand ich total lieb, denn wir hatten eigentlich kaum was miteinander zu tun. Sie berichte mir dann, dass meine Frau ihr sagte, dass wir doch geredet hätten, sogar das Finanzielle sei besprochen.

Tja, da war ich wohl irgendwie nicht dabei. Als ich dann antwortete,dass wir nich gar nichts besprochen haben fiel sie aus allen Wolken.

Naja, auf jeden Fall hat sie meine Frau dann angerufen - obwohl ich genau DAS nun wirklich nicht wollte - ich hatte sie auch inständig gebeten, sie nicht anzurufen. Raus kam dann, dass wir am Sonntag nachmittag einen Gesprächstermin haben. man, das klingt so förmlich - wie ein Geschäftstreffen. Aber wir müssen jetzt an die Kinder denken und zumindest solche Dinge wie "wer wohnt wo", "was muss ich zahlen" u.s.w. ja festlegen. Also nur die harten Fakten. Alles andere will ich zumindest jetzt auch gar nicht mehr wissen - der Schmerz wäre unerträglich.

Die Ratschläge, sie in Ruhe zu lassen, werde ich sofort beherzigen. In einigen Telefonaten und Gesprächen mit Freunden kam immer wieder dieser Tipp.

Den ziehe ich jetzt durch - auch wenn ich so durch die Hölle gehe. SIE muss sich melden, anrufen simsen, mailen oder sonstwas.

Sie war ja von Anfang an der Initiator der derzeitigen Situation - ich galube nur Sie kann da etwas ändern. Ich muss das wohl akzeptieren - auch wenn es mir unendlich schwer fällt. Also, übern berg bin ich noch lange nicht. Ich warte immer noch auf die Ohrfeige, die mich aus diesem bösen Traum aufwachen lässt. Ich wünsche mir so sehr, heute Nacht mal mehr als 2 Stunden zu schlafen - und essen wäre auch mal wieder ganz nett. Obwohl ich überhaupt gar keinen Hunger habe. Aber: "das Leben geht weiter" und "die Zeit heilt alle Wunden". Ist das wirklich so? (auf jeden Fall gibt es zwei Fünfer für`s Phrasenschwein - hey - ich kann ja fast schon wieder Witze machen).

Erst mal DANKE an alle, die mir zugehört und geschrieben haben. Das hat mir wirklich geholfen. Wen es interessiert, halte ich hier gerne auf dem Laufenden. Denn wie gesagt - "durch" bin ich natürlich nicht und ich habe auch eine Ahnung, dass das, was mir gerade passiert, mein Leben für immer verändern wird und mich immer begleiten wird. Hoffe nur, der Rucksack wird irgendwann mal leichter.....

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Freitag, 21. Oktober 2011, 15:01

Lieber Mracus,



ich weiss es ist die Hölle, und du wirst eine Zeit brauchen zu verstehen, dass es Realität ist... versuch zumindest wenige Bissen zu essen und zu schlafen... es ist schwer, aber man kommt so leicht in diesem Zustand an den Rand der Erschöpfung, so dass dann nicht nur Deine Seele schmerzt sondern auch Dein Körper leidet!

Wenn Du so wenig schläftst, dann drehen die Gedanken noch schlimmere Kreise, deswegen versuch zu schlafen und zu essen! Das schlimme ist, im Moment hilft nur die Zeit und die ist es, die sich so langsam dreht... aber ich verspreche Dir, auch das geht irgendwie rum...

Ich hoffe sehr für Dich, dass Du diese Zeit gut überstehst!!

Drück Dich

Airlie

11

Freitag, 21. Oktober 2011, 15:09

Hallo Marcus,

du bist auf dem richtigen Weg,auf alle Fälle ist es auch gut für dich,dass ihr euch zum Gespräch trefft.Kann nur zu gut nachempfinden,was du jetzt durchmachst,man glaubt,der Schmerz würde nie vergehen,aber er tuts.

An den Sprüchen ist schon etwas Wahres dran,nur,wie lange jeder braucht,um darüber hinwegzukommen,ist unterschiedlich.Habe auch die schlaflosen Nächte hinter mir,das KeinenHungerhaben,inzwischen geht es nach 2 Monaten,schlafe wieder besser und auch der Hunger ist zurückgekehrt.Kommen zwar immer wieder Tiefs,aber sie vergehen auch wieder :).

Lieben tu ich ihn immer noch gleich,aber bin dabei,es loszulassen,zu vergraben.Es hat mich viel Kraft gekostet und es wird noch dauern,bin halt ein Sensibelchen *g,aber das geht vorrüber.An die Zukunft denke ich noch gar nicht großartig,plane nur für den nächsten Tag.Aber wie du so schön sagtest,ein kleines bisschen ist der Rucksack schon leichter geworden und bei dir wird er auch leichter,wirst sehen :).

Natürlich interessiert es,wie es bei dir weitergeht,schreib ruhig alles,was dich bewegt hier rein,wie gesagt,du bist hier wirklich nicht allein,wir alle helfen uns gegenseitig.Wäre längst nicht so weit,wenn es das Forum nicht geben würde.Es erleichtert einfach,den Kummer niederzuschreiben und zu wissen,dass andere es lesen und mitfühlen.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen für euer Gespräch und wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen,kann leider erst ab Montag wieder hier lesen.

Liebe Grüße
Lisa

12

Montag, 24. Oktober 2011, 14:10

so, da bin ich mal wieder. Das Wochenend war schwer - die Nacht von Samstag auf Sonntag war sie bei "Ihm" , zum ersten mal über Nacht.
Am Sonntag kam es dann zum Gespräch. Ich hatte einen Riesenbammel - aber ich glaube sie auch.
Anfangs kamen so 3,4 Vorwürfe von jeder Seite - aber wir haben beide schnell gemerkt, dass das so keine Basis ist. Wir hatten dann ein wirklich super Gespräch, bei dem wir auch Dinge aus der Vergangenheit bequatscht haben. Am Ende kam dann raus, dass "der Neue" ihr eigentlich die Kraft gegeben hat, sich von mir zu trennen. Er hatte seine Familie selber vor 10 Jahren verlassen, seine Kinder alleine groß gezogen u.s.w. Das hat ihr wohl irgendwie imponiert und sie hat es dann durchgezogen. Sie sagte, wenn sie es mir persönlich (und eben nicht per E-Mail) gesagt häte, wäre sie 100% wieder "umgefallen" und schwach geworden. Daher auch diese Distanz, diese Kälte, dieses vor-mir-weg-laufen.
Zudem fand sie "waschlappenmäßig" von mir, dass sich versucht habe, sie zurück zu gewinnen. Mein Gott - ich liebe sie. Was soll ich denn sonst machen. Naja, wir haben dann auch über die Zukunft gesprochen. Über die Kinder, über das Geld und dieser ganze Mist.
Wir waren dann noch eine Stunde spazieren. Es war richtig schön. Fast wie früher.
Ich habe ihr jetzt angeboten, sie bei allem zu helfen. Wir suchen ihre neue Wohnung gemeinsam. Ich mache ihr keine Vorwürfe - ich unterstütze sie jetzt, wo es geht. Ein Rosenkrieg ist ja auch Unsinn. Ich bin jetzt ein Partner für sie, wie sie ihn besser nicht haben könnte - außer eben das eine.
Die Trennung ist beschlossen. Es wird nie wieder so, wie es mal war. Ich bin unendlich traurig - aber ich habe keine andere Wahl, als sie gehen zu lassen. Trotz aller Nackenschläge oder auch Demütigungen - ich verzeihe ihr alles. Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen.
Das zeigt mir, dass ich das natürlich noch nicht verarbeitet habe - auch vor dem Tag des Auszuges (01.11. oder 01.12.) und dieser dann greif- und sichtbaren Endgültigkeit habe ich tierisch Angst. Zum Glück haben sich einige Freund gemeldet. Weitere Gespräche, weitere Antworten hier werdn mir hoffentlich helfen, diesen tiefen Schmerz auszuhalten. Zu Zeit haben wir beide Urlaub und schauen uns Wohnungen an - und ich genieße diese Zweisamkeit, obwohl ich natürlich weiß, dass es keine Zweisamkeit ist. Vorhin waren wir gemeinsa einkaufen. Auch das war wirklich schön. Ich habe jede Sekunde genossen. Bescheuert, nicht wahr. Aber es hilft mir, mich so langsam zu verabschieden. Das Kopfkino läuft Tag und Nacht: der letzte gemeinsame Saunabesuch, der letzte Spaziergang, die letzte Zärtlichkeit u.s.w. Nun kann ich das alles ganz bewusst machen. Irgendwie unsagbar traurig - aber auch irgendwie schön, dass ich es hatte.
Ich sitze jetzt gerade am Laptop und sie 3 mtr gegenüber auf dem Sofa. Mann, sieht sie gut aus. Was bin ich nur für ein Idiot gewesen.
Ich könnte heulen.

13

Montag, 24. Oktober 2011, 18:32

Hallo Marcus,

wenigstens hast du das Gespräch hinter dir und ich muß sagen,finde es total nett und fair von dir,ihr bei allem zu helfen.Sie hat wirklich Glück,dass sie so einen Partner hat/hatte.Wünschte mein Ex würde mir auch bei einigen Dingen helfen,aber bekomme zur Zeit nur Kälte,verletzende Worte von ihm,dabei hat er die Beziehung beendet,nicht ich .....

Es ist doch nur natürlich,dass man den Menschen,den man liebt zurückgewinnen möchte.Nur ich hatte nie wirklich den Mut dafür.So viele Jahre hat man auch nicht sofort verarbeitet,das dauert ......

Bescheuert ist das überhaupt nicht ..... du musst den Weg finden,der am besten für dich ist,alles zu verarbeiten.Versteh nur nicht,warum du dich als Idiot fühlst,gegen veränderte Gefühle ist man machtlos,leider.

Wünsche dir viel Kraft und schreibe einfach hierein,wenn dich etwas bewegt,es ist besser es loszuwerden,als es runterzuschlucken.

Ganz liebe Grüße
Lisa

14

Dienstag, 25. Oktober 2011, 10:36

Lieber Marcus,



das ist echt ne schlimme Situation!

ich verstehe Deinen Drang, möglichst viel Zeit mit ihr zu verbringen!

Aber ich weiss nicht, ob das der richtige Weg ist!



Sie hat die Entscheidung getroffen, dass sie Dich verlassen möchte - oder hat es bereits getan!

In dem Moment, wo Du weiter für sie da bist, geht es Ihr doch super - Dich hat sie als große Stütze im Rücken und den anderen für andere Dinge...

Im Moment meinst Du, dass es Dir die Trennung erleichtert... aber ich weiss nicht, ob Du Dich nicht irgendwann total ausgenutzt fühlst!



Es ist auch schwer zu sagen, was richtig ist, aber ich würde sei die Konsequenz spüren lassen, ich würde den Kontakt soweit es geht meiden!

Sie soll spüren, was ein leben ohne Dich bedeutet! Sie kann nicht von Dir alles weiter nehmen, sie gibt aber nichts mehr zurück!

Das heisst auch nicht, dass Du einen Rosenkrieg anzettelst - NEIN - ich finde es sehr vernünftig jetzt nicht zu streiten - aber wenn Du weiterhin alles für sie tust, dann verliert sie NICHTS - und wird sich dessen auch nicht bewusst, sondern sie nimmt, was sie an Unterstützung bekommen kann... und am Ende taucht sie wieder übers WE bei dem anderen unter!



Ich würde mich, versuchen zu schützen - und ihr aus dem Weg gehen... die Trennung wird kommen (egal, ob sie es danach wieder bereut, oder nicht, ob Du ihr jemals verzeihen kannst oder nicht) aber im Moment schiebst Du das ganze von Dir weg! Und dann wird es um so mehr weh tun, wenn die totale Trennung vollzogen wird.

Ganz ehrlich, diese ganzen Unternehmungen lassen doch in Dir die Hoffnung aufkeinem, und dann dauert der ganze Schmerzprozess immer länger...

Ich weiss auch als Aussenstehende ist das alles leicht gesagt, und in der Phase ist man wie ausgehungert nach Nähe zu dem geliebten Partner... aber sie hat Dich (erstmal) verlassen - und sie sollte es spüren, was ein Leben ohne Dich bedeutet!!



Alles Liebe

Airlie

15

Dienstag, 25. Oktober 2011, 12:53

danke für die ehrlichen Antworten. Und ihr habt Recht. Ich schiebe es vor mir her. Ich zögere es hinaus. Ich geniesse die Zeit, wo sie da ist und rede mir ein, ich könnte so diesen "Abschied auf Raten" für mich erträglicher machen. Aber das ist nicht so.
Ich muss jetzt akzeptieren, dass es für immer vorbei ist. Es wird nicht mehr wie früher.
Ich muss jetzt auch hier raus. Sonst gehe ich kaputt. Heute morgen haben wir gemeinsam eine neue Wohnung angeschaut. Es war nahezu unerträglich. Heute abend haben wir noch einen Temin. Ich weiß nicht, ob ich den schaffe - obwohl ich es ihr versprochen habe.
Es ist so eine große Leere in mir. Ich bin nur noch traurig und weiß nicht mehr, wie ich die nächsten Stunden und Tage aushalten soll.

16

Dienstag, 25. Oktober 2011, 18:40

Hallo Marcus,

eigentlich fehlt mir im Moment komplett die Zeit hier im Forum aktiv zu sein aber Deine Geschichte hat mich doch sehr berührt und wir sind auch noch im gleichen, spätjugendlichen :P Alter.

Eines vorneweg: Mit 47 ist noch nichts vorbei, gar nichts!

Du hast es völlig richtig erkannt, daß Deine Frau sich schon länger gedanklich von Dir getrennt hatte. Das jetzt genau dieser Mann der Grund für das endgültige Aus war ist völlig egal. Wenn der nicht, dann halt ein anderer.
Was Du meiner Meinung nach nicht richtig macht ist, ihr die Trennung auch noch zu erleichtern. Damit gibst Du ihr auch noch das Gefühl, sie hat den richtigen Schritt getan, Du kommst prima damit klar. Ein Krieg bringt nichts, gerade bei gemeinsamen Kindern, aber ihr auch noch bei der Wohnungssuche behilflich zu sein geht dann doch zu weit.

Aber es ist schwierig an dieser Stelle einen Rat zu geben. Kämpfst Du um sie läufst Du Gefahr Dich lächerlich zu machen und sie nur noch zu nerven, bist Du gleichgültig gibst Du ihr nur noch mehr das Gefühl Dir liegt nichts an ihr und machst Du ihr richtig Stress fühlt sie sich auch noch bestärkt in der Entscheidung Dich zu verlassen.

Fazit, egal was Du tust, man kann es immer negativ auslegen. Deswegen würde ich an Deiner Stelle ihr noch einmal sagen dass Du sie von ganzem Herzen liebst aber das sie Dich in einer Dimension verletzt hat die Dich lähmt und nicht mehr kämpfen lassen kann.

Denn in einem gebe ich Dir recht: Es ist absolut unfair, einen Partner so vor vollendete Tatsachen zu stellen ohne vorher in Gesprächen um Lösungen gerungen zu haben. Und damit meine ich nicht irgendwelche versteckten Andeutungen sondern ganz klare GESPRÄCHE.

Wenn sie meint, ihr neuer lover ist das non plus ultra, dann kannst Du sie eh nicht vom Gegenteil überzeugen. Dann soll sie diesen Weg gehen, Du bist machtlos.

Du hast auch eine Zukunft ohne sie.

Den Weg, den Du jetzt gezwungenermaßen gehen musst ist hart, aber wenn Du ihn gegangen bist wirst Du auch stärker sein.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Porter« (25. Oktober 2011, 18:57)


17

Mittwoch, 26. Oktober 2011, 13:04

Hallo Porter,
danke für Deine Worte. Du hast es auf den Punkt gebracht. Egal, was ich mache - es ist verkehrt.
Letzte Nacht hat sie mich um 3 Uhr morgends aus dem Schlaf gerissen (das wäre meine erste Nacht seit einer Woche gewesen, wo ich mehr als 4 Stunden geschlafen hätte) und mir eine Riesenszene gemacht. Ich habe vergessen, am Laptop den Verlauf zu löschen, so dass sie die Einträge hier gelesen hat. Zudem habe ich mit ein paar Freunden gequatscht. Reden und Schreiben hilft mir. Sie meinte dann, ich würde sie vor allen Leuten schlecht machen und möge es doch gleich ans "schwarze Brett" hängen.
Ich wollte und muss das doch irgendwie verarbeiten. Im Laufe des Gespräches wurde sie aber viel ruhiger und trauriger und nacher weinten wir beide heftig. Es ist wirklich eine emotionale Achterbahn. Ich weiß überhaupt nicht mehr, wie ich mich verhalten soll. Ich versuche eigentlich nur, so normal wie möglich zu sein - allein schon wegen den Kindern. Die beiden großen übrigens wollen bei mir bleiben. Das hat sie richtig hart getroffen, da sie zu 100% davon ausgegangen ist, dass alle 3 Kids mit ihr kommen. Am gestrigen Abend kam dann sogar der Vorwurf, ICH würde ihr bewusst die Kinder entfremden. Was für ein Quatsch. Ich liebe meine Kinder und ja, verdammt, ich liebe auch meine (Noch)-Frau über alles. Ich würde meine Leben geben - für jeden. Ich möchte jetzt einfach keinen Streit. Sie bekommt jedwede Unterstützung von mir. Es gibt keinen Rosenkrieg - von mir NIEMALS.
Sie ist natürlich auch emotional voll durch "den Wind". Wann hat dieser Alptraum ein Ende?
Übrigens habe ich jetzt was für mich gemacht: Ich wollte schon immer gerne eine Tätowierung haben - aber sie fand das nicht so prickelnd.
Ich war dann im Tattoo-Studio. Die Motive hatte ich ja schon lange im Kopf. Ich habe jetzt einen Termin für in 2 Wochen. Ich freue mich darauf.
Ich danke euch allen, für die aufmunternden Worte, für die Anteilnahme, für die Ratschläge - es war soo wichtig zu erfahren, das man nicht allein da steht mit seinen Sorgen. Ich schreibe hier weiter rein - ist dann so eine Art unregelmäßiges Tagebuch. Danke.

18

Mittwoch, 26. Oktober 2011, 17:51

Hey Marcus,

lass Dir jetzt keine Vorwürfe machen weil Du auf welche Art Du Dir Hilfe von aussen holst. Das ist a: Deine Sache und b: schreibst Du nicht abwertend über sie.
Wer den liebenden Partner auf diese Art enttäuscht sollte den Ball extrem flach halten und sich nicht auch noch über die Art der Verarbeitung des Kummers beim (Ex-) Partner beschweren. Liebe Ex von Marcus, wenn Du das liest, denk bitte darüber nach.

Und noch ein paar Sätze an die Ex:

Neue Besen kehren gut. Das ist bekannt. Aber auch diese Besen werden älter und auch diese Besen haben Macken. Das wirst Du feststellen.
Bei Deinem Mann weisst Du was Du hast. Und das seit vielen vielen Jahren. Bestimmt nicht nur positives sonst würdest Du Dich jetzt nicht verändern wollen. Aber, wenn Du ehrlich bist, auch nicht nur negatives, sonst wärt ihr nicht so lange ein Team gewesen.
Das alles wirfst Du weg? Für den kick? Für den Augenblick? Was gibt Dir die Gewissheit dass es besser wird? Lohnt es sich nicht mit dem Vater Deiner Kinder noch einmal zu reden? Über das was schief gelaufen ist. Was anders werden könnte. Was ihr beide besser machen könntet.
Denk mal darüber nach. Manchmal verrennt man sich in etwas. Und stellt erst nach Jahren fest, dass sich die Geschichte wiederholt.

Und Marcus, was dein Tattoo angeht: Hau rein. ( Ich persönlich bevorzuge eine Harley in der midlife-crises :D ). Aber jedem das seine. :thumbup:

19

Mittwoch, 26. Oktober 2011, 20:45

Lieber Marcus,



von mir auch Daumen hoch für Dein Tatoo...



und ich finde, dass Du gerade extreme Stärke beweist...



Und für deine Ex ein guter Tipp: da hat "weiserMann" hier im Forum am 24. Oktober einen wirklich guten Beitrag geschrieben - der ist in dem Forum hier unter Fremdgehen drin... und ich glaub, das könnte Dir (liebe Ex) was bringen, den mal durchzulesen - der kann echt Augen öffnen!!



Wünsch Dir ganz viel Kraft, Marcus,

Lg Airlie

20

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 11:21

Lieber Porter, liebe Airlie,

vielen Dank für eure aufmunternden und mich bestärkenden Zeilen. Es tut gut zu erkennen, dass man wahrlich nicht alles in der Vergangenheit falsch gemacht hat. Der "weise Mann" spricht weise Worte. Treffender kann man es nicht ausdrücken.
Ich wünschte mir, dass "sie" es lesen würde.
Abe sie ist so fixiert, so entschlossen - sie bricht die Brücke ab. Mir tut es so weh. Ganz schlimm wird es für die Kinder. Dem Kleinen (8) haben wir noch nichts erzählt - auch wenn er es sicherlich spürt. Da die beiden Großen (15 + 19) bei mir bleiben wollen (bzw. beim Haus, bei Gewohnten, beim Praktischen), wird dann der Junior nicht nur von mir, sondern auch von seinen beiden großen Geschwistern getrennt. Natürlich sind wir alle für ihn da - aber über kurz oder lang wird es ja zur räumlichen Trennung kommen. Was ist, wenn er auch blieben will? Diese Angst hat sie auch schon geäußert. Ich könnte Scheiße schreien, dass wir das den Kundern antun. Es ist so unfair - alles geht kaputt.
Total lieb sind meine Freunde. Eine Einladung reiht sich an die nächste - schön, dass man nicht allein ist. Und das, obwohl ich im Freundschaft.Pflegen nicht gerade eine große Leuchte bin.
Auch das ihr mein (zukünftiges) Tattoo befürwortet, stärkt mich.
Wenn man aus diesem ganzen Schlamassel etwas gutes sehen will oder kann, ist es die Tatsache, dass man sein Leben jetzt auf "0" stellen muss. Ich muss (und werde) weniger Arbeiten (bisher immer so einen 11,12 Stunden Arbeitstag + Fahrerei), damit ich mehr Zeit für alles habe.
Gestern habe ich mich in einem (neuen) Fitnessstudio angemeldet. Ich werde nun noch mehr Sport machen (bisher 4 x die Woche), möchte weiter abnehmen (bin jetzt bei 82 kg bei 1,80 m Länge), werde weniger Alkohol trinken, werde meine Freunde öfter sehen und besser pflegen, versuche noch ausgeglichener zu sein, bin jetzt bei wer-kennt-wen und facebook.
Das hört sich vielleicht nach Panik an - aber keine Sorge. Ich muss nichts nachholen. Ich hatte eine wunderbare Ehe über 16 Jahre mit meiner über alles geliebten Tramfrau, wir hatten die tollste Intimität meines Lebens - und das bis zum Schluß.
Aber wie es aussieht, dreht sich die Welt ohne UNS weiter - also muss ich nun die Sache in die Hand nehmen.
Traurig bin ich aber trotzdem - denn DAS hätte es nicht bedurft.
Mein Appell an alle Paare dieser Welt: REDET MITeinander, reden, reden, reden. Keine versteckten Andeutungen, keine Gesten oder Mimiken, die der andere "doch sehen oder spüren" muss. Sprecht miteinander - ich hatte diese Chance offenbar verstreichen lassen und letztendlich auch keine mehr bekommen. Ich weine - aber es geht weiter.

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